E*******eIm Moment gibt es in der Bundesregierung die Diskussion, ob Menschen, die nach der Schule ein Studium länger arbeiten sollten, um länger in die Rentenkasse einzuzahlen. Ich fände das ziemlich ungerecht. Schließlich bilden sich die jungen Leute weiter und ergreifen nach ihrem Studium, wenn sie es denn beenden, Berufe z.B. in den Bereichen Justiz, Politik, Medizin usw., in denen Nachwuchs dringend benötigt wird.
Ich fände es sinnvoller die Studiengebühren wieder einzuführen und darüber einen bestimmten Betrag in die Rentenkasse einzuzahlen.
Bei meinen Recherchen zu dem Thema habe ich festgestellt, dass für das Erststudium kein Bundesland Gebühren erhhebt (Stand 05/2021). Für andere Studienformen und für bestimmte Studentengruppen (aus Nicht-EU-Staaten und Langzeitstudenten) gibt es vereinzelt Gebühren.
Für mich wäre eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, weil man studiert hat, eindeutig eine Bestrafung für eine besondere Leistung. Evtl. könnte man die Bestrafung durch eine Verkürzung der zusätzlichen Lebensarbeeitszeit bei einer besonders guten Abschlußnote mildern. Aber gerecht fände ich die längere Lebensarbeitszeit dann trotzdem nicht.
Created08/12/2025edited once Lenchen66 yrsPuh, auch ein schwieriges Thema.
Ich finde den Ansatz über die Zeit der Einzahlung durchaus denkbar, neben dem Einbeziehen aller Einkommen und Einkommensarten in die Solidargemeinschaft.
Ich selbst habe, bevor ich mich für den Beruf der Küchenmeisterin entschieden habe, studiert, also Zeit "verschwendet". Das nur zur Information.
Die Forderung der Beitragszeiten hat ja zwei Seiten. Eher körperlich fordernde Berufe zeichnen sich meist durch einen frühen Berufseinstieg aus mit den bekannten Folgen.
Studierte Berufe sind meist körperlich nicht so herausfordernd und können länger ausgeübt werden.
Was in meinen Augen nicht sinnvoll ist ist die Forderung die Aufnahme eines Studiums durch höhere Gebühren ohne eigenes Einkommen für Kinder aus weniger vermögenden Haushalten noch schwieriger zu machen als es ohnehin schon ist.
Die deutsche Gesellschaft ist im Vergleich der westlichen Länder auch jetzt schon ein Land, dessen Sozialsysteme ziemlich beharrlich sind und einen Aufstieg ( eigentlich ein schreckliches Wort an dieser Stelle ) aus der Klasse ( noch so ein schreckliches, Grenzen ziehendes Wort ) der Eltern schwer macht.
Lenchen66 yrsWas Du, lieber Peter, in Deiner Argumentation auch nicht berücksichtigst ist die Tatsache, dass besser gebildete Menschen eine höhere Lebenserwartung haben.
Ich als Arbeiterin, die ich als Küchenmeisterin rein nominell bin, könnte jetzt argumentieren, dass wir die ja länger Lebenden länger unterstützen.
Was glücklicherweise noch niemand in Frage stellt, ist das Recht auf frühzeitige Berentung bei gesundheitlichen Schäden mit Abzügen.
Diese treffen als Arbeiter zu wertende Menschen allerdings ungleich härter, da die Rente meist von vorne herein geringer ausfällt.
Ich erinnere mich an einen geliebten Mann, der als Manager durch Erkrankung früh berentet war und sich fürchterlich aufregte, dass er trotz seiner früheren Leistungen nicht die volle Rente erhielt sondern "nur", Stand 2020, "nur" gut fünftausend Euro monatlich. Als ich ihn, damals noch im Berentungsprozess, darauf hinwies, dass ich als Küchenmeisterin wohl nur durch Abzüge unter tausend Euro erhalten würde antwortete er nur: "Das ist doch wohl nicht zu vergleichen. Ich war ja Leistungsträger und Du nur Köchin."
Das nenne ich mal Klassenbewusstsein...
T********hDas man den Studierten zumuten will, länger zu arbeiten, ist doch erst mal nur eine Diskussionsgrundlage.
Gerechtigkeit ist ja manchmal gar nicht so einfach.
Es wird wohl immer etwas als Benachteiligung empfunden werden.
Wer weniger Jahre in die Rentenkasse einzahlt, bekommt dadurch ja auch weniger Rente.
Als ungerecht empfinden viele, das Beamte auch nach weniger Berufsjahre eine hohe Rente bekommen.
Ähnlich sieht es ja bei Politikern aus. Wenn die gute Arbeit leisten, sollen die auch gut verdienen. Aber das sie auch nach wenigen Jahren eine hohe Rente bekommen, ist nicht so leicht ein zu sehen.