Ich lese gerade die WochenTAZ und bin über ein Interview mit Frau Brosius-Gersdorf gestolpert.
Eine Vorbemerkung: Mir hat es in den vergangenen Tagen und Wochen schon ab und zu in den Fingern gejuckt hier mich bewegende Themen zu benennen. Allerdings haben mich einige Reaktionen hier auf andere Themen mich davon abgehalten. Das finde ich falsch,
denn so verstummt jedes Gespräch.
In dem Interview https://taz.de/Frauke-Brosius-Gersdorf-im-Gespraech/!6147056&s=brosius%2Bgersdorf/ fielen mir zwei Dinge auf.
In der Printausgabe lautete der Titel "Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es lustig", die digitale den Titel "Sagt den Töchtern, sie können alles werden".
Bei dem Zitat, dass mich zu dem Thementitel brachte ist der digitale Titel vielleicht sogar treffender oder fragwürdiger:
Ziemlich am Ende des Gesprächs zieht Frau Brosius-Gersdorf mit einigen Beispielen überraschende Schlüsse daraus, wie mit ihr und anderen Frauen ffentlich umgegangen wird:
"...
Wir haben alle gemerkt, was nicht gut läuft in diesem Land. Dass Debatten mitunter nicht sachlich geführt werden, hat man neben der Aufregung um mich auch am Umgang mit Dunja Hayali nach ihren Äußerungen zu Charlie Kirk gesehen. Auch der Umgang mit Sophie von der Tann, die aus dem Nahen Osten berichtet, zeigt das. Wir brauchen eine andere Diskussionskultur. Das kann auch gelingen.
...
Ich finde es wichtig, dass das, was ich erlebt habe, mich und andere nicht mundtot macht, gerade als Frau nicht. So leicht lasse ich mich nicht einschüchtern.
...
Als ich ins Fernsehen gegangen bin, war das auch für alle Frauen im Land. Ich wollte keine sein, die wochenlang mit dem Rücken an der Wand steht und sich mit Mist beschmeißen lässt. Ich wünsche mir, dass sich junge Frauen nicht entmutigen lassen von dem, was mir passiert ist. Das darf nicht wieder passieren.
...
Mir haben viele Eltern geschrieben, die sehr unglücklich waren mit meinem Rückzug. Sie haben gesagt: Was soll ich meinen Töchtern sagen?
...
Ich wünsche mir, dass sie ihren Töchtern sagen: Sie können immer noch alles werden und erreichen in Deutschland. Verfassungsrichterin oder Bundeskanzlerin oder Vorstandsvorsitzende. Von dem, was mir passiert ist, sollte sich niemand entmutigen lassen. Jetzt erst recht."