Wie viel Widersprüchlichkeit halten wir in Bezug auf Israel aus?

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5 answers in this topic
Lenchen66 yrs
Ausgehend von einem TAZ Artikel über den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises am 4. Dezember, den Sophie von der Tann erhalten wird stelle ich mir auf das Neue die Frage, wie sehr wir und andere Bürger auch andere Standpunkte, Widersprüchlichkeiten und Ambiguitäten https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrdeutigkeit zulassen.

https://taz.de/Kritik-an-ARD-Israel-Korrespondentin/!6134451/

"...
Während die FAZ die Entscheidung ein „fatales Zeichen“ nennt und die Jüdische Allgemeine sie als „grundfalsch“ und „aberwitzig“ kritisiert, warnt Reporter ohne Grenzen vor „Einschüchterungsversuchen“. Nachdem der Pressesprecher der israelischen Streitkräfte, Arye Shalicar, sie als „das Gesicht vom neudeutschen Juden- und Israelhass“ bezeichnete, ist klar: Hier geht es weniger um journalistische Qualität als um ein aufgeheiztes Klima.

Zwölf Initiativen fordern laut FAZ sogar eine „externe Untersuchung“ ihrer Arbeit. Konkreter Gegenstand der anhaltenden Kritik an ihrer Person ist etwa, dass sie im Juli dieses Jahres einen New-York-Times-Artikel des Genozidforschers Omer Bartov geteilt hatte, der Israel des Völkermords beschuldigt. Zudem soll sie laut Welt in einem Hintergrundgespräch darauf verwiesen haben, dass der 7. Oktober eine „Vorgeschichte“ habe.

Das Gesamtbild ihrer Berichterstattung und auch der Inhalte ihrer Social-Media-Kanäle zeichnet allerdings ein anderes Bild, als es ihr FAZ, Welt oder die israelische Botschaft nun vorwerfen wollen. Von der Tann berichtet bereits seit 2021 aus Israel, spricht mehrere Sprachen, arbeitet mit vielen Quellen und macht transparent, was verifizierbar ist – und was nicht.
..."

Ich persönlich mag die unaufgeregten Einordnungen dieser Journalistin und empfinde schon immer Unwohlsein, wenn Deutsche, die sich als nicht jüdisch definieren sogar so weit gehen, dass sie jüdische Kritiker der israelischen Regierung und des Krieges in Gaza als Antisemiten bezeichnen.
T********h
Es ist ja schon eine Leistung an sich, aus diesem Kriegsgebiet zu berichten. Viele Reporter sind dort ja schon zu Tode gekommen. Man sollte Kritik an der jüdischen Regierung nicht mit Antisemitismus gleich setzen. Natürlich kann ich die Berichte nicht wirklich überprüfen, aber ich glaube sie macht gute Arbeit.
T***b
Mal ganz kurz und knapp: Ich finde, dass sowohl Netanjahu als auch Sophie von der Tann für meinen Geschmack auf unterschiedliche Art und Weise kritikwürdig sind.

Bevor wir uns in Deutschland in diese emotionale Debatte stürzen, müssten wir dafür sorgen, dass Juden in unserem Land eher geschützt als angegriffen werden sollten.
Lenchen66 yrs
Das die ganze Diskussion keine, aber auch gar keine Begründung für irgend einen Antisemitismus oder Verurteilung aller Muslime bietet ist ganz offensichtlich.

Kritik sollte an jedem geübt werden können, aber einen Preis an eine Journalistin als einen Skandal und antisemitisch zu werten ist da doch wohl mehr als Kritik.

Das ist keine Diskussionsgrundlage.
Lenchen66 yrs
Es ist eine Entscheidung in einem eigentlich unpolitischen Wettbewerb gefällt worden, die die beiden extremen Positionen wieder in die jeweiligen Schützengräben zurück getrieben hat.

Israel darf auch am nächsten Europpeen Song Contest, dem ESC, teilehehmen.

Die einen weisen darauf hin, dass es unfair sei, Russland vom Wettbewerb auszuschließen, Israel aber nicht.
Dazu fällt mir ein, dass ich mich nicht erinnere, dass eine Gruppe Ukrainer über tausend Russen ermordet, vergewaltigt oder entführt hätte.
Den Angriffskrieg Russlands, der weitestgehend von der Bevölkerung geteilt wird ist mit einem durch einen Angriff auf die eigene Gesellschaft ausgelösten Krieg nicht zu vergleichen.

Die anderen benennen jede Kritik am Vorgehen der israelischen Armee und Regierung als die Wiederkehr vom Antisemitismus wie im Nationalismus.
Auch wenn ich jeden Übergriff auf einen jüdischen Menschen egal wo wegen seinem jüdisch sein absolut anlehne sehe ich die israelische Regierung und das Vorgehen der Armee im Gazastreifen, im Westjordanland und im südlichen Libanon mehr als kritisch.

Ich begrüße die Teilnahme Israels uneingeschränkt und finde jeden Angriff auf die Künstler als antisemitisch an. Dieser Wettbewerb wird nicht von Regierung und Armee geführt sondern von einer vielfältigen Gesellschaft.
Lenchen66 yrs
Interessant in dem Zusammenhang sind vier Länder die darauf hin ihre Teilnahme absagen: Spanien, Irland, Slowenien und die Niederlande.

Teilnehmen werden, ohne Kritik, die muslimisch geprägten Länder Aserbaidschan und Albanien, die traditionell gute Beziehung zu Israel haben. Schon unter der deutschen Besetzung vor 1945 stieg die Anzahl jüdischer Bürger in Albanien an.
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