Lenchen66 yrsGuten Morgen an einem Tag mit vielen Wünschen und Erwartungen.
Ich hoffe, dass diese Tage für alle genau so sind, wie Ihr sie Euch wünscht.
Für mich ist er das. Ich bin in meiner Wohnung und denke manchmal, eigentlich müsste ich hinaus in die Welt. Aber der Gedanke an Begegnungen mit fremden Menschen lockt mich nicht.
Nein, ich bin nicht einsam, auch wenn ich alleine bin. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die mich schätzen und mit denen ich auf die eine oder andere Weise im Austausch bin.
Ich genieße es, nichts besonderes zu erwarten und auch keine Erwartungen erfüllen zu müssen.
Ich erinnere mich, dass ich als Kind immer Angst vor diesen Tagen hatte, die mit so vielen Erwartungen aufgeladen waren.
Ich erinnere mich an meine Mutter, die kurz nach dem letzten Krieg alleine in einer Wohnung mit geschenkten oder geerbten Möbeln als Frau eines Polizisten in Ausbildung versuchte ohne Geld eine bürgerliche Fassade aufrecht zu erhalten.
Wie gerade sie, gerade dem im Krieg zerstörten und gerade wieder aufgebauten Elternhaus mit all der geforderten Unterstützung für die den Krieg depressive Mutter entflohen, versuchte das geforderte Bild des friedlichen Festes, das es für sie in der Kindheit nur wenige Jahre gegeben hat, zu erfüllen.
Ihr war nicht bewusst, wie viel Druck sie an ihre zwei Kinder weitergab, in deren Leben sie ja die einzige Konstante war und die doch ihre Überforderung spürten.
Für mich war jedes Missgeschick, dass mir um die Feiertage passierte, und da gab es jedes Jahr etwas, eine absolute Katastrophe, da ich wusste, es würde die geliebte Mutter aus der Bahn werfen und enttäuschen.
Ich erinnere mich noch an das Gefühl, mir eine Tracht Prügel zu wünschen, um die stumme Bestrafung durch Schweigen und missachtende Blicke zu beenden.
Erst sehr spät und langsam wurde Weihnachten entspannt für mich.
Später als Köchin war ich dafür Verantwortlich, anderen Menschen schöne Feiertage zu ermöglichen und habe das genossen, hatte ich so doch die Möglichkeit mich weitgehenden Erwartungen zu entziehen.
Könnt Ihr Euch erinnern, wie es für Euch früher war und wie sich eigene und gesellschaftliche Bilder beeinflussten?
K*******uIch will hier jetzt lieber nicht so genau die Situation schildern in der ich als Kind gelebt habe. Es gab fröhliche Stunden mit meiner Mutter die allein erziehend war und auch noch den Großvater zu betreuen hatte und trotzdem waren in der kleinen Wohnung, die wir ab 1952 wieder im zerbombten Emden hatten, alte Bekannte und Geschwister meiner Mutter und auch entfernte Verwandte immer willkommen. Ich denke, dass dies Alles mich geprägt hat und ich auch dadurch im Alter nicht einsam bin.
Das ich im Jahr meines 80ten Geburtstages durch einen Großbrand wieder in der Straße wo ich groß geworden bin nun diese Wohnung habe, zwei Türen weiter wie damals auch 1 Etage mit gleichem Zuschnitt nur modern renoviert und es sehr schön geworden ist, da auch meine Möbel alle restauriert wuden, dafür bin ich sehr dankbar. Die Erinnerung an Mutter und Großvater die mit den Bombenangriffen auf unsere Stadt 1944 Alles verloren hatten, lässt mich immer noch erstaunen wie Diese das so ertragen haben.
Created25/12/2025edited once