Definition Volk

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79 answers in this topic
K*******u
Langsam komme ich ins Grübeln, ob wir doch nicht immer so gut von dem Medien informiert werden. Gestern fiel mir bei dem Thema Deutsche Bank und Trump auf, dass darüber fast gar nicht in den Medien berichtet wurde und wird.

Jetzt bei einem anderen Thema. Frau Merkel hat eine Rede gehalten in der sie ganz klar diesen Spruch "Wir sind das Volk" bei Pegida Demonstrationen verurteilt. Völlig richtig, es ist anmaßend wenn diese Leute in Dresden oder anderswo den Begriff "Volk" für sich vereinnahmen. Aber es ist falsch wenn Angela Merkel sagt "Jeder der in Deutschland lebt ist das Volk".

Unser Grundgesetz sagt es anders, da ist die Staatsangehörigkeit Voraussetzung zum "deutschen Volk" zu gehören, was ich auch einleuchtend finde. Komischer Weise sind nur mehr Rechts stehende Medien darauf eingegangen. Ich stelle dazu mal ein Beispiel ein, was mir einigermaßen sachlich erscheint.

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kanzlerin-merkel-das-volk-ist-jeder-der-in-diesem-land-lebt-video-a2058034.html

P*******p

"Ein Youtube-Kommentar sagt dazu: "Mit diesem Satz hat Angela Merkel eine rote Linie überschritten. Sie ist eine offene Feindin des Grundgesetzes."

Starker Tobak! Staatsrechtlich gesehen, mag die Formulierung ja nicht einwandfrei sein, aber man weiß doch wie und was damit gemeint ist!

Haarspalterei und Krümelkacke für Leute, die nichts anderes zu tun haben!   
K*******u
Denke ich nicht, lieber Peter-sturmfrei. Es könnte wirklich darum gehen, dass man Leuten die nicht unsere Staatsbürgerschaft haben, mehr Rechte einräumen will. Das würde nicht zu einem Gemeinschafts- oder Zugehörigkeitsgefühl hier im Lande führen, sondern eher dazu, dass die Fronten sich verhärten. Nur klare Regeln und Definition, so das jeder weiß wo es lang geht, schafft Sicherheit und Vertrauen. Wenn Begriffe verwaschen werden macht jeder was er will und nimmt sich mehr heraus als ihm zusteht (siehe Pegida).
a member
So eindeutig ist der Begriff Volk nicht. Selbst das im Grundgesetz erwähnte Volk musste vom Bundesverfassungsgericht als auf das Staatsvolk, ausgehend vom Recht bis 1937, bezogen werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Volk
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsvolk
Sicherlich wäre die nicht som griffige Formulierung "Volk im Sinne von Bevölkerung sind..." weniger missverständlich gewesen. Aber beim gemeinen Volk oder einer Menge Volks fragen wir auch nicht nach der Staatsangehörigkeit. Nur wer die hat ist das Staatsvolk und zum Bundestag wahlberechtigt. Für die Kommunalparlamente reicht heute schon in ganz Europa die sich aus der nationalen ergebende europäische Staatsangehörigkeit.
a member
Lieber Franz/ Snoopi-el, Du vermutest doch nicht wirklich, dass unsere CDU-Kanzlerin allen hier Lebenden, egal ob EU-Bürger oder nicht, auch allen Türken, Flüchtlingen, Asylbewerbern und so weiter, dass aktive und passive Wahlrecht einräumen will?
a member
K*******u
Was die Vermutung anbelangt, denke ich eher an die Wirtschaft als an die Kanzlerin, welche da vielleicht mal etwas nicht so gut überdacht hat, denen ist egal wie gut der Schutz der Menschen ist und welche Rechte sie haben, hauptsache sie können was für sich ausnutzen. Welt oder Berliner Zeitung hatte ich auch gefunden, aber da geht es auch nicht nur um den Begriff.
a member
Genau das ist ja das vernünftige, dass die beiden Zeitungen die Aussage in Beziehung zu der gesamten Rede setzen.

Volk für sich ist ein weiter Begriff, der im Zusammenhang gelesen oder mit einem erklärenden Begriff erhgänzt werden muss.

Der Wirtschaft ist es egal, oib sie Geld mit Volksangehörigen, Staatsangehörigen oder Menschen unterschiedlicher Herkunft verdienen kann. Denen ist der Begriff Volk vollkommen egal, es sei denn er dient als Abgrenzungsmöglichkeit für Märkte oder zur Entsolidarisierung der abhängig Beschgäftigten. Kapital ist schon lange nicht mehr an Grenzen und nationale Gesetze gebunden, falls es das jemals war.
E*******e
ich finde es einigermaßen irrelevant, was denn nun konkret und und ganz genau mit "volk" gemeint ist. auch finde ich es absolut schwachsinnig, jemanden zum verfassungsfeind zu machen, der diesen begriff nicht wortwörtlich nach dem grundgesetz definiert.

was ich viel wichtiger finde, ist, daß in aller deutlichkeit dargestellt wird, daß diese pegida-npd-afd-nazis und sonstige sogenannte besorgte bürger, die sich zu montäglichen abendspaziergängen treffen, andächtig hetzerischen reden von rechtspolisten lauschen und lauthals "wir sind das volk" krakeelen eben nicht "das volk" sind. sie repräsentieren es nicht einmal ansatzweise.

je nach betrachtungsweise besteht das volk aus etwa 80 - 90 millionen menschen, von denen sich die mehrheit für die auswüchse von nicht einmal 100 tausend neu- und altnazis schämen dürfte. die die auf die straße gehen und asylbewerberunterkünfte anzünden oder dabei beifall klatschen, sind ein häuflein gefährlicher irrer, aber nicht "das volk"!

edited once
E*******e
noch was zum grübeln, ob uns die medien gut informieren oder nicht:

erstens berichten medien darüber, was in erfahrung gebracht haben, dann berichten sie darüber, was sie für wichtig erachten und schlußendlich berichten sie so, wie sie es für richtig halten. das nennt man dann pressefreiheit.

daß so wenig über die seitens der deutschen bank und anderer europäischer geldhäuser peinlichst geheimgehaltenen twielichtigen geschäftspraktiken berichtet wird oder worden ist, kann doch wohl den medien nicht angelastet werden. zumindest nicht derart angelastet werden, daß man an deren willen "guter informationsverbreitung" zweifeln sollte.

es ist den geldhäusern vorzuwerfen, daß sie die öffentlichkeit nicht informieren.

anderseits ist ein international tätiges geldunternehmen genau dafür da, mit investoren wie herrn trump geschäfte zu machen. wen wundert's, daß sie es machen?
squirrl89 yrs
Nur 18 Prozent sind der Umfrage im Auftrag des "Stern" zufolge der Meinung, dass das Volk etwas zu sagen hat. Und nur fünf Prozent der 1.001 Befragten vertraten die Meinung, dass man mit Wahlen "in starkem Maße" die Politik mitbestimmen könne.


48 Prozent glaubten, dass der Bürger mit Wahlentscheidungen "etwas" Einfluss ausüben kann. 47 Prozent hingegen waren der Überzeugung, dass sie die Politik durch Wahlen "gar nicht" mitbestimmen können. In Ostdeutschland meinen das sogar 56 Prozent der Befragten. Mit dem im Grundgesetz festgelegten politischen System sind der Umfrage zufolge 36 Prozent der Bürger unzufrieden, mit dem tatsächlichen Funktionieren des Systems sogar 61 Prozent. In Ostdeutschland ist sogar eine Mehrheit von 51 Prozent mit dem politischen System unzufrieden, und 79 Prozent sind es mit dessen Funktionieren.



Eine überwältigende Mehrheit von 80 Prozent tritt daher für die Einführung von Volksbegehren und Volksentscheiden auch auf Bundesebene ein. Nur 16 Prozent lehnen das ab, der Rest ist unentschlossen. Die Forderung nach direkter Demokratie wird von den Anhängern aller Parteien mit großer Mehrheit geteilt. Bei den SPD-Anhängern sind es 81 Prozent, bei denen der CDU/CSU 75 Prozent.

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/deutsche-glauben-nicht-mehr-an-die-macht-des-volkes-aid-1.2314689
E*******e
Bundestagswahl 2013: Wahlergebnis ist sozial nicht repräsentativ
Die 17 Millionen Nichtwähler kommen überdurchschnittlich oft aus prekären Milieus
Studie weist deutliche soziale Unterschiede bei der Wahlbeteiligung nach

Milieus und soziale Selektivität der Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2013

Das Ergebnis der Bundestagswahl 2013 ist sozial nicht repräsentativ. Die oberen zwei Drittel der Gesellschaft haben erheblich größeren Einfluss auf die Zusammensetzung des neu gewählten Bundestages genommen als das untere Drittel. Überdurchschnittlich viele Menschen aus sozial schwachen Milieus sind nicht zur Wahl gegangen. Arbeitslosigkeit, Bildungsstand und Kaufkraft haben nachweislich maßgeblichen Einfluss auf die Wahlbeteiligung. Das soziale Gefälle in der Wahlbeteiligung war enorm: die Differenz zwischen den Stimmbezirken mit der jeweils höchsten und niedrigsten Wahlbeteiligung lag bei 29,5 Prozentpunkten. Die Bundestagswahl 2013 war damit „sozial prekär“.
http://wahlbeteiligung2013.de/ (bertelsmannstiftung)

Statistiken zur Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen, Europawahlen und Bundestagswahlen

Die Wahlbeteiligung gibt wieder, welcher Anteil der Wahlberechtigten an einer Wahl tatsächlich teilgenommen hat. Gegenwärtig gibt es rund 62 Millionen Wahlberechtigte in der Bundesrepublik. Die Wahlbeteiligung bei den Bundestagswahlen ist seit 1998 stark zurückgegangen. Während die Wahlbeteiligung im Jahr 1998 noch bei rund 82,2 Prozent lag, gaben bei der letzten Bundestagswahlen im Jahr 2013 nur noch 71,5 Prozent der Wähler ihre Stimme ab.
https://de.statista.com/themen/175/wahlbeteiligung/

wahlbeteiligung landtagswahl hessen 2013: 73,2%
wahlbeteiligung landtagswahl brandenburg 2014: 47,9%
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/255400/umfrage/wahlbeteiligung-bei-landtagswahlen-in-deutschland-nach-bundeslaendern/

alternative fakten?
K*******u
"Verfassungsfeind" geht natürlich zu weit bei einem Fehler in der Definition des Begriffes, aber das Führungspersonen möglichst richtige und keine schwammigen Definitionen geben darf man schon erwarten, orangesunshine, es ist schließlich nicht bedeutungslos wie der Begriff definiert wird. Wenn Du mal eine Prüfung im Verwaltungsbereich abgelegt hättest, wüßtest Du wie genau man es da mit so etwas nimmt.

Das ein international tätiges Geldunternehmen dafür da ist, mit Investoren Geschäfte zu machen ist klar, aber ob man Geschäfte mit einem Unternehmer wie Trump machen musste ist eine andere Frage. Jedoch, wir wissen ja, die Deutsche Bank hat sich in den USA auch nicht gerade "mit Ruhm bekleckert" und Strafen genug eingefangen, da wird das Ansehen und der Ruf Trumps wohl keine Rolle gespielt haben.
E*******e
ist das ablegen einer prüfung im verwaltungsbereich jetzt schon ausschlaggebend für die normalbevölkerung und für die verwendung von begriffen, die im grundgesetz auftauchen?

ich sehe es anders als du: wenn frau merkel das wort "volk" in den mund nimmt, kann das tatsächlich viele bedeutungen haben. in ihrer rede hat sie erklärt, was sie meint. was ist daran verwerflich? frau merkel benutzt noch ganz andere worthülsen, die sie nicht erklärt. und die, die sich mokieren über die verwendung des wortes "volk", sollten sich selbst einmal fragen, wie sie es mit dem grundgesetz halten. damit meine ich den von sturmilein zizierten youtube-kommentar.

es ist überhaupt nicht die frage, ob die deutsche bank mit trump geschäfte machen mußte. diese frage ließe sich eindeutig mit nein beantworten. niemand muß mit trump geschäfte machen.

seit wann bekleckern sich banken mit ruhm? du glaubst doch nicht wirklich, daß andere geldhäuser rühmlicher sind?
K*******u
Es geht um den Satz "jeder der in Deutschland lebt ist das Volk", das ist einfach von der Gesetzeslage her falsch, wer hier im Lande lebt, aber keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt gehört im Sinne des Grundgesetzes nicht "zum Volk", was nur eine rechtliche Stellung und keine Bewertung von Personen ist, allerdings eine Einschränkung deren Möglicheiten, sich am politischen Leben zu beteiligen. Mit der Erwähnung der Verwaltungsausbildung wollte ich nur sagen, dass es feste Definitionen gibt, die Verwaltung und Politik zu beachten haben im Umgang mit den Bürgern und deren Rechten. Wenn die Bürger das auch wissen ist das sicher nicht schlecht.
E*******e
ich kenne kein gesetz, daß vorschreibt, wie das wort "volk" zu verwenden ist. nicht einmal das grundgesetz.
das wort "volk" ist nur ein begriff für eine unterschiedlich bestimmte gruppe menschen. es gibt keine juristisch verbindliche auskunft über den rechtlichen status eines mitglieds des volkes. das liegt daran, daß die gruppe nirgends rechtlich verbrieft dargestellt ist.

mitglied des deutschen volkes können sehrwohl auch menschen sein, die die deutsche staatsangehörigkeit nicht haben. jeder volksdeutsche aus siebenbürgen, dem wolgagebiet oder kasachstan gehört qua definitionem dem deutschen volk an, auch wenn er die deutsche staatsangebhörigkeit nicht besitzt.
menschen, die als deutsche in deutschland geboren worden sind, aber aufgrund von emigration eine andere staatsangehörigkeit angenommen und die deutsche abgelegt haben, dürfen juristisch als zum deutschen volk zugehörig bezeichnet werden, genauso wie deren abkömmlinge.

gerichtsurteile werden im namen des volkes verkündet. damit sind all jene gemeint, die hier in deutschland leben und sich an deutsches recht halten.

wie sind wir darauf gekkommen? hat das für irgendetwas irgendeine relevanz?

was in verwaltungsrechtlichen prüfungen zu wissen verlangt wird, hat für mich höchstens eine relevanz in der verwaltung. als vorsitzende der bundesregierung gehört frau merkel definitiv nicht dazu.
E*******e
im übrigen bin ich auch der meinung, daß jeder, der in diesem land lebt, zum volk gehört.
nur so nebenbei.
E*******e
Wer und was ist das deutsche Volk?

Artikel 20 Abs. 2 Satz 1 GG schreibt: „Staatsvolk im Sinne des Grundgesetzes sind Deutsche mit deutscher Staatsangehörigkeit und ihnen nach Artikel 116 Abs. 1 GG gleichgestellte Personen (Deutsche mit deutscher Volkszugehörigkeit).“
http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kanzlerin-merkel-das-volk-ist-jeder-der-in-diesem-land-lebt-video-a2058034.html - (das ist die quelle, die snoopi-el ausgewählt hat)

Artikel 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
leutet der gesamte artikel 20 des grundgesetzes - nachzulesen bei: https://www.bundestag.de/parlament/aufgaben/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_02/245124

alternative fakten? fake news?

Und im Artikel 116 GG steht: „Staatsgewalt, die von den Bundesländern wahrgenommen wird, kann ebenfalls nur von Personen getragen werden, die Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind. Die Zugehörigkeit zum Staatsvolk der Bundesrepublik wird grundsätzlich durch die Staatsangehörigkeit vermittelt. Sie ist „die rechtliche Voraussetzung für den gleichen staatsbürgerlichen Status, der einerseits gleiche Pflichten, zum anderen aber auch staatsbürgerliche Rechte begründet, durch deren Ausübung die Staatsgewalt in der Demokratie ihre Legitimation erhält (BVerfGE 83, 37-59)“.
http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/kanzlerin-merkel-das-volk-ist-jeder-der-in-diesem-land-lebt-video-a2058034.html

Artikel 116

(1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.

(2) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.
https://www.bundestag.de/parlament/aufgaben/rechtsgrundlagen/grundgesetz/gg_11/245152

wird hier rechtsprechung des bundesverfassungsgerichts mit dem wortlaut des grundgesetzes vermischt?

sachlich ist die quelle nur bedingt. sie behauptet, etwas stünde im grundgesetz, was man dort vergeblich sucht.




P*******p

Und die vielen Bienenvölker in Deutschland sind gar nicht erwähnt!   

Sorry....    ist ja Rosenmontag!          
a member
EU Bürger dürfen sich per EU-Verfassung dauerhaft in Deutschland aufhalten. Auch andere Personen mit Aufenthaltsrechten gehören dazu. Sie sind zwar keine Staatsbürger und besitzen weder das aktive noch passive Wahlrecht. Ich denke, dass Deutschland und die Kanzlerin ihnen besonders verpflichtet sind, im Gegensatz zu Touristen oder Illegalen, die hier keinen Status besitzen.
Ein Deutscher darf niemals an eine fremde Macht ausgeliefert werden. Unter keinen Umständen kann gegen seinen Willen die Staatsangehörigkeit entzogen werden.
Ein Ausländer, der sich hier legal aufhält, würde sich aber wundern, wenn wir ihn per Definition als zu unserem Volk zugehörig betrachten würden. Ich könnte mir vorstellen, dass arme Afrikaner sich gerne von uns vereinnahmen lassen würden und die Kanzlerin beim Wort nehmen. Aber wie sage ich es einem Franzosen, dass er jetzt gefälligst zu unserem Volk zu gehören hat und er zur Zeit beurlaubter Franzose ist.




E*******e
ich glaube, ihr verwechselt volk und staatsbürger.
K*******u
Also für die Arbeit einer Seite die sich epochtimes nennt bin ich nun nicht verantwortlich und auf die Idee, deren Angabe, wo im GG was zu finden ist, überprüfen zu müssen, bin ich nicht gekommen. Aber Du hast Recht, auch wenn der Text der dort veröffentlicht wurde aus einem Kommentar zur Rechtssprechung stammt, ist das so sachlich nicht in Ordnung, da hätte man die Quelle nicht nur mit GG angeben dürfen.

edited once
E*******e
klar bist du nicht verantwortlich für die arbeit der macher dieser seite. du bist allerdings in gewisser weise verantwortlich für das was du postest, welche quellen du anführst und wie du sie bewertest.

die quelle lügt sogar, indem sie behauptet, das stünde im grundgesetz.
auch, wenn so etwas in prüfungen für den verwaltungsdienst als antwort erwartet würde, wäre das schlichtweg falsch.

was das staatsvolk ist, steht in den kommentaren und der rechtsprechung zum grundgesetz. frau merkel hat nicht vom staatsvolk gesprochen, sondern hat das wort "volk" im populären wortsinn gebraucht. auch hat sie nicht von staatsbürgern gesprochen.

wenn du jura studiert hättest, wäre dir das auch geläufig.
K*******u
Wenn wir nicht vom Staatsvolk reden macht das Ganze keinen Sinn. Wenn wir hier kein juristisches Fachseminar machen können, mangels meinem (oder sogar unserem) Jurastudium, so sollten wir uns doch nicht in Haarspalterei verirren und trotz dem anscheinend trickreich gestalteten Text dieser Seite eine gemeinsame Antwort dafür finden, wer welchen Status in unserem Land hat und welche Rechte. Ist da falsch zu sagen, dass es Unterschiede zwischen Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft und Anderen gibt? Um was anderes geht es hier doch nicht, orangesunshine.
E*******e
@snoopi-el: sag mir einfach bescheid, ob du über "volk" reden willst oder über "staatsbürgerschaft". und wenn dir das, was frau merkel gesagt hat und was ihr dazu vorgeworfen wird als haarspalterei erscheint, kann ich das nicht ändern. ich sehe da mehr, nämlich einfach nur rechte pöbelei. offensichtlich ist hier doch eins geworden: unter dem wort "volk" gibt es eine ganze menge mehr zu verstehen, als man selber meint. sicher, wer falsch verstehen will, versteht garantiert falsch.
K*******u
Die "rechte Pöbelei" wie Du es nennst, habe ich dabei nicht übersehen, mir ging es nicht um den Begriff Volk, aber wenn sie uns erzählt, wer dazu gehört, kann Frau Merkel da doch eigentlich nur das Staatsvolk meinen, wenn Du Dir juristisch gesehen sicher bist, dass es sich um 2 unterschiedliche Begriffe handelt. Egal wie, es zeigt auf jeden Fall das nicht ganz klar ist, was sie mit dem Satz meint. Ich bin kein "Rechter", das hast Du hier sicher schon öfter bemerkt, aber wenn "Rechte" mit ihrer Kritik nicht so ganz unrecht haben, halte ich es für fair das auch zu sagen. Auf eine "Rechte" Internetseite werde ich mich trotzdem sicher nie mehr verlassen, nach diesr Erfahrung mit den zitierten GG-Texten!
E*******e
die diskussion ist überschrieben mit "Definition Volk".
ich stelle meine auffassung dar, daß es eine allgemeingültige defiition nicht gibt. was der verwedner dieses wortes meint, erklärt sich entweder aus dem zusammenhang oder aus weiteren ausführungen.

wenn wir uns nun merkels rede anhören, stellen wir eben nicht fest, daß sie von "staatsvolk" geredet hat, auch nicht vom "deutschen volk" (einem begriff, den sie tatsächlich seit einigen jahren vermeidet), sie hat das schwammige wort "volk" benutzt und erklärt, was sie damit meint. was ist daran verwerflich?

ich bin mir im übrigen überhaupt nicht sicher, ob es sich beim wort "volk" oder "staatsvolk" oder "deutschem volk" um einen juristischen, sprich einen justiziablen begriff handelt. mehr als zwei verschiedene auslegungen des wortes "volk" fallen mir spontan sogar ein. sie sind alle nicht strafbar (nur so nebenbei bemerkt).

niemals würde es mir einfallen, ausgerechnet dich als einen rechten zu bezeichnen, nicht einmal in die rechte ecke würde ich dich stecken wollen. ich finde dazu in dem von dir hier geschribenem keinerlei anzeichen dafür. ich stimme mit dir überein, daß bedenken oder kritik zunächst einmal auf ihre berechtigung zu überprüfen sind, eh man sie als rechtslastig und von rechten geäußert verbrämt.

ich lese durchaus auch rechtslastige veröffentlichungen. diese überprüfe ich mit meinem verstand genauso wie alle andere nicht-fiktionale lektüre auf ihre glaubwürdigkeit. das mag mit meiner juristischen bildung zu tun haben.
E*******e
noch etwas zum thema "Definition Volk":

frau merkel hat in ihrer rede erläutert, was sie unter "volk" versteht.
die pegida-nazis erklären hingegen nicht, was sie damit meinen, wenn sie "wir sind das volk" skandieren.
egal, wie man das wort "volk" auslegt, in diesem falle paßt nur eine entsprechung: "pack" und zwar rechtes. nein, ich differenziere bewußt nicht, weil es egal ist, ob einer, der an naziaufmärschen teilnimmt, ein nazi ist oder nicht.
T*****e
Von "Volk" kann man schnell abgleiten zu Volksgemeinschaft und einer "gesunden Volksgemeinschaft". Zu dieser "gesunden Volksgemeinschaft" würden wir nicht gehören!
former member
malermeister schrieb: "Lieber Franz/ Snoopi-el, Du vermutest doch nicht wirklich, dass unsere CDU-Kanzlerin allen hier Lebenden, egal ob EU-Bürger oder nicht, auch allen Türken, Flüchtlingen, Asylbewerbern und so weiter, dass aktive und passive Wahlrecht einräumen will?"

Nun, bei dieser Irren muß man mit allem rechnen. Zumindest betrachtet sie sich nicht als legitime Repräsentantin des deutschen Volkes, die dementsprechend die Interessen eben dieses Volkes wahrzunehmen hätte. Was also sollte sie davon abhalten über Nacht das "Volk" umzudefinieren, so wie sie ein Auslandssubventionsverbot oder eine EU Regelung zu Asylverfahren euch umdefiniert hat !?

Ich habe die betreffende Rede nicht gesehen, man mag also vorwerfen, der Satz "sei aus dem Zusammenhang gerissen". Für sich alleine stehend zumindest ist es ein offener Angriff auf das Grundgesetz und auf jeden Anstand.

Ausländer, die in Deutschland leben sind vielleicht Teil der Bevölkerung oder Einwohner, aber sie sind halt nicht Teil des "Volkes". Im Übrigen ergibt sich die juristische Definition des "Volkes" zumindest aus Artikel 38 Grundgesetz über die Verbindung zum Wahlrecht (Und über die Verbindung des Wahlrechtes zur Staatsangehörigkeit). Im Alltag ist "Volk" auch mal was anderes, aber Stein des Anstoßes war ja wohl die "Bundeskanzlerin der BRD", und nicht irgendeine "Alltags-Merkel"...

Nordrhein-Westfalen hat bereits letztes Jahr seinen Ministereid so abgeändert, daß er sich nun nicht mehr auf das "deutsche Volk", sondern auf das "Land Nordrhein-Westfalen" bezieht.

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... Das Volk, der Bürger, der Mensch wird offen abgeschoben zugunsten einer bürokratischen Verwaltungseinheit. Das geht schon Richtung Nationalsozialismus, in dem ebenfalls das Individuum nichts zählte, dafür das Volk alles. Aber wer das Volk überhaupt ist, das bestimmten ein paar Drecksnazis.

Und ob das nun Nazis oder die Merkel bestimmen wollen, so oder so fühle ich mich sehr unwohl bei dem Gedanken.

Hoffentlich bestehen zwischen diesen Erscheinungen keine Verbindungen. Sonst gute Nacht Deutschland...


edited once
a member
Wie wäre es, den Doppelstaatlern ein Wahlrecht mit 50 % einzuräumen. Ich weiß nicht, ob alle hier lebenden Ausländer von uns mit vereinnahmt werden möchten. Sie leben hier bewusst als Ausländer und möchten nicht zum deutschen Volk zählen mit all den Konsequenzen, auch als Mitglied eines "Tätervolks" sich unserer ewigen historischen Verantwortung zu stellen. So gesehen kann Volk auch eine amorphe Masse sein, die sich hier zufällig aufhält.




a member
Hier stelle ich Dir wieder die Frage, die Du mir nie beantwortest, lieber Andreas:

Ich habe italienische, französische, polnische und russische Vorfahren. Bin ich in Deinen Augen deutsch genug um mich hier zu äußern. Definiuere mir den Begriff von Volk, den Du angewendet haben möchtest.

Damit komme ich zu einem Satz, der nur mit eier fragwürdigen Definition von Volk, hier als Staatsvolk zu sehen, so möglich ist:
Nun, bei dieser Irren muß man mit allem rechnen. Zumindest betrachtet sie sich nicht als legitime Repräsentantin des deutschen Volkes, die dementsprechend die Interessen eben dieses Volkes wahrzunehmen hätte.

Wäre Deine Formulierung "betrachte ICH sie nicht als..." könnte ich es vielleicht noch als Meinungsäußerung verstehen.
Das "SIE" drückt aus, dass Frau Merkel bewusst andere Interessen von Gruppen außerhalb einer künstlich festgelegten uns so nicht vorhandenen Schicksalsgemeinschaft eines ethnisch reinen deutschen Volkes vertritt.

Das Frau Merkel einfach nicht an ein solches künstlisches Gebilde glaubt und den Begriff Staatsvolk, so wie viele andere Menschen, anders definiert, kannst und willst Du nicht sehen.
K*******u
Ein Satz von Andreaas-Auf-Trieb sagt Etwas, was Dem entspricht, was mir auch an dem Verhalten der uns Regierenden bezüglich Migranten und Flüchlingen was aufstößt:

"Das Volk, der Bürger, der Mensch wird offen abgeschoben zugunsten einer bürokratischen Verwaltungseinheit."

Ich bin da im Denken nüchtern genug, um kein Problem damit zu haben, dass wir eben auch eine "Verwaltungseinheit" sind als Bürger, aber den Begriff "Staatsvolk" oder "Volk" so umzudefinieren, als wenn Jeder, der hier aus irgendwelchen Gründen bei uns im Lande lebt, ohne eine Staatbürgerschaft die gleichen Rechte hat, da geht mir die Freundlichkeit und Hilfbereitschaft für die Menschen, welche zu uns kommen zu weit. Enschuldige, aber es klingt bei Dir manchmal so, als wenn Du aus lauter Entgegenkommen für Migranten unsere Staatsbürgerschaft gar nicht erwähnen magst bzw. in Dieser gar keine Bedeutung siehst, malermeister.
a member
Die rechtlichen Bedeutungen der Staatsangehörigkeit sind klar. Menschenrechte gelten für jeden. Vor dem Gesetz sind Menschen gleich. Mehr will ich nicht aussagen.
former member
Ich verstehe, daß Du mit Deiner Frage provozieren möchtest, malermeister, ich verstehe nur nicht, was das substanziell bringen soll...

Du lebst in einem (relativ) freien Land, schon alleine deshalb kannst Du Dich selbstverständlich jederzeit äußern, solange es nicht beleidigend oder volksverhetzend wird. In Ermangelung anderer Angaben gehe ich davon aus, Du hast die Deutsche Staatsbürgerschaft, damit bist Du juristisch unzweifelhaft ein Bestandteil des deutschen Volkes.

Und damit ist Deine nächste Frage auch schon beantwortet: Solange wir nicht über eine Alltagsverwendung sprechen (Volkswagen, Volksmusik, Volksfest...) ist die juristische Volksdefinition an die Staatsbürgerschaft gebunden. Das ist im übrigen keine Meinung, sondern eine schnöde Tatsache. Daß der Himmel blau erscheint ist ja auch keine Meinung, sondern das ist halt so.

Bezüglich Merkel's Volks-Definition und Ihres Verhaltens bist Du ein Opfer unpräziser Definition. Privat kann Frau Merkel den Begriff "Volk" verwenden und biegen und betonen oder negieren wie sie lustig ist. Aber als bewußt gewählte Repräsentantin Ihrer wahlberechtigten Souveräne ist sie per Anspruch eben diese Repräsentantin und nichts anderes. Sie vertritt weder die Türkei noch Israel, nicht den ADAC und auch nicht Tupperware.

Das ist eben sowenig "künstlich", wie daß 2 + 2 = 4 ist. Es steht Dir eine freie Meinung zu, inwieweit Frau Merkel explizit die Interessen von Ausländern in Deutschland separat, also zusätzlich zu einem Gleichbehandlungsgrundsatz, wahrnehmen soll. Aber daß sie von Wahlberechtigten gewählt wird (die meistens, aber nicht immer Deutsche sind) ist wiederrum keine Meinung, sondern schnöde Tatsache.

So, nun rätsle ich nur noch, wie bei Dir der Begriff "Ethnie" in dieses Thema reingerutscht ist. Davon hab ich doch kein Wort gesagt. Was soll ich mit dieser Aussage anfangen ??
a member
Alles klar. Also kann ich zukünftig bei allen Deinen Äußerungen mit dem Begriff Volk das Staatsvolk, also Menschen Deutscher Staatsangehörigkeit lesen.

Ich stelle trotzdem in Zweifel, dass Frau Merkel verpflchtet ist, den Begriff ebenso zu verwenden. Ebenso sehe ich nicht, dass sich alle öffentlichen Äußerungen als Kanzlerin von Ihr automatisch auf das deutsche Staatsvolk beziehen müssen. Ihre Aufgabe und die ihrer Regierung besteht darin, den rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmen für die gesamte hier lebende Bevölkerung, im Sprachgebrauch Volk genannt, festzulegen.

Unberührt hiervon sind von keinem, auch von mir nicht, bestrittenen Rechte und Pflichten die sich aus der Staatsbürgerschaft ergeben.

Lieber Andreas-Auf-Trieb, ich weiß, dass ich das Recht habe mich frei zu äußern. Ich war mir nur nicht klar, ob ich dies in Deinen Augen zu Recht darf. Danach habe ich provokativ gefragt.
Ich habe deutlich nicht das Gefühl, dass Muslime mit deutscher Staatsbürgerschaft in Deinen Augen "richtige" Deutsche seien können.
Es würde mich freuen, wenn ich mich irre.

edited once
K*******u
Viele hier sind (ich denke auch zu Recht) sehr kritisch gegenüber dem Verhalten von Religionen oder religiösen Menschen in unserer Gesellschaft. Trotzdem, es ist richtig, Religionsfreiheit gilt für alle Religionen, egal wie wir Manche sehen. Wichtig ist aber, dass die hier im Land praktizierten Religionen so wie das Verhalten der hier im Lande "zugezogenen" Menschen gegenüber unserem Staat darauf hin überprüft wird, ob es im Widerspruch zu unseren Grundrechten steht. Da muss die Toleranz aufhören und die Staatsbürger müssen sich auf den Schutz durch die Regierenden verlassen können.

Seit einigen Jahren hat man leider manchmal den Eindruck, dass hier etwas nicht stimmt und nicht mehr die Grundrechte für Alle, sondern die Rechte derer, die eine starke Lobby haben oder die am lautesten schreien können, im Vordergrund stehen. Mal ganz schlicht gesagt, Frau Merkel ist für den Schutz unserer Rechte da und nicht für deren Ausverkauf. Das kommmt mir manchmal zu kurz, wenn alle möglichen Gruppen bedient werden, wo man gar nicht wissen kann, was die mit uns und unserem Staat "am Hut haben".
a member
Menschen, deren Eltern vor Jahrzehnten zugezogen sind und die die deutsche Staatsbürgerschaft haben, sind ein Teil unseres Staatsvolkes.

Alle anderen haben die Rechte, die sich aus den Menschenrechten und der Genfer Konvention ergeben.

Ich sehe die starken Interessen und Lobbiisten im Kapital und den Wirtschaftsverbänden. Ich kenne keine Lobby, die offiziell die Interessen neu Zugewanderter vertritt.

Frau Merkel versucht das Problem von Migrationsdruck, der in einer immer stärker nationalistisch geprägten Welt noch zunehmen wird, mit Hilfe von Despoten zu lösen. Das heißt, wir akzeptieren, dass Menschen in Lagern oder im Meer sterben. Dies ist eine mögliche Lösung und eine, wenn es funktioniert schnelle.

Langfristige Lösungen würden nicht Geld für undemokratische Regime in die Hand nehmen. Sie würden die Menschen und demokratische Kräfte in den Herkunftsländern unterstützen.
K*******u
Ich hab das auch weder gemeint noch geschrieben, das "neu Zugewanderte" eine Lobby haben, Ralf-malermeister, aber Du vergißt, außer den Wirtschaftsverbänden haben die christlichen Kirchen eine starke Lobby und auch moslemische Verbände (natürlich als Vertreter von Staatsbürgern) versuchen dahin zu kommen, besondere Förderung genießen zu können. Ob von Religionsgemeinschaften immer nur Impulse für unsere Demokratie ausgehen bezweifle ich. Ich denke eher, Denen geht es nur um Ihre Interessen und die anderen Staatbürger sind Denen, egal ob Christen oder Moslems, ziemlich egal.

Was die Flüchtlingspolitik von Europa angeht, an der Frau Merkel ja nicht unbeteiligt ist, muss man sagen, dass diese sehr widersprüchlich ist. Auf der einen Seite will man kein vorhandenen oder im entstehen begriffenen Diktaturen unterstützen, aber in den Bereichen, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen, gibt es fast nichts Anderes als Diktaturen. Wem also Geld geben und wofür? Klingt schön "die Menschen und demokratischen Kräfte unterstützen" aber wer ist das und wo? Schwieriges Feld, wo sich gerade wieder so "kleine Diktatoren" auch innerhalb Europas durchzusetzen versuchen.
a member
Stimmt, gute Antworten sind meist nicht einfach zu haben.

Was die Religionskritik angeht, stimme ich Dir zu. Aber es geht bei dem Begriff Volk ja auch immer wieder mal um unsere christlich-jüdische ( nach 1945 festgestellt, dass das ja irgendwie zusammenhängt... ) Kultur.

An den Diktaturen und der Entwertung des Bildes westlische, liberale Demokratie sind unsere Kolonialgeschichte und die nachfolgende Politik der Wirtschaftslobby ursächlich beteiligt.

In meinen Augen ist es also recht und billig oder auch einfach nur fair, wenn sich die Industrieländer Europas gemeinsam bemühen begangenes Unrecht zu mildern.
K*******u
Bleibt aber die Frage mit welchen Partnern, Ralf !

Was Du schreibst bezüglich Kolonialgeschichte und Verhalten der Wirtschaft ist richtig, aber ich glaube auch der starke Einfluss von Religionen in den betreffenden Weltteilen gehören mit zur Ursache, dass es den Menschen in vielen Ländern oder Gegenden so schlecht geht.
a member
...und da oft die christlich-europäische Religion.

In der Türkei könnte die HDP und die freie Presse unterstützt werden.

Es gab Elemente in allen arabischen Ländern zu Beginn des arabischen Frühlings, die entschlossen unterstützt hätten werden müssen.

Im Kongo kämpfen vorwiegend junge Menschen um den Erhalt des bisschen Demokratie, das es gibt.
former member
Wie gesagt, ich kenne die Rede Frau Merkel's nicht, insofern ist es möglich, daß der verwendete Begriff "Volk" nicht ganz so kritikwürdig ist, wie man ihn im schlimmsten Falle auslegen kann.

Es ist klar, daß auch zugewanderte Muslime die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten können, und in der Vergangenheit erhalten haben. Diese Menschen gehören damit unzweifelhaft ebenfalls zum Deutschen Volk.

Es ist aber auch klar, daß ich eine freie Meinung darüber haben kann, nach welchen Regeln die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen werden sollte; ob ich sie als Privileg verstehen möchte, oder als einen schnell zu verramschenden Schlußverkaufsartikel.

Einen Sonderfall stellen allerdings diejenigen dar, die über eine doppelte Staatsbürgerschaft verfügen, denn das ist nach meiner Meinung juristisch unhaltbar. Ich habe das ja schon mal an anderer Stelle erwähnt. Man kann nicht ein bisschen schwanger sein und auch nicht ein "bisschen" deutsch oder türkisch oder luxemburgisch... Anders gesagt, doppelte Staatsbürgerschaften existieren gar nicht. Sie sind ein künstliches Gebilde, das geschaffen wurde, um die Demokratie auszuhöhlen, und damit letztenendes irrelevant.

Daß sie real trotzdem existieren zeigt uns die praktischen Grenzen der Demokratie und des Rechtes auf. Auch die DDR war per Namen "demokratisch", einzig es fehlte allen der Glaube...

Daß die Phasen des Kolonialismus schreiendes Unrecht waren, und Langzeitschäden verursacht haben, deren Auswirkungen auch heute noch sichtbar sind, ist unzweifelhaft. Ich sehe das aber nur als ein Teilproblem an, das nicht zwangsweise die alleinige Erklärung für Probleme in der dritten Welt darstellt. Wäre die Menschheit in allen Ländern willig, gäbe es möglicherweise überhaupt keine "dritte Welt". Aber Menschen sind egoistisch, blutrünstig, überheblich, aggressiv und dumm. Vom Nord- bis zum Südpol.

Deshalb möchte ich unterentwickelte Länder nicht aus der Verantwortung entlassen, wenn es um deren Entwicklung geht. Ich plädiere sozusagen auf Verantwortung für eigene Fehler und auf "Schadenminderungspflicht".

Die Milderung begangenen Unrechtes, malermeister, ist ja seit Jahrzehnten Alltagsrealität durch die verschiedensten Formen der Entwicklungshilfe. Zugegeben, diese ist oftmals nur "gut gemeint aber schlecht gemacht". Das trifft auf die aktuelle Wanderpolitik (Es kann aber muß nicht "Ein"wanderung sein) aber auch zu. Völlig planlos, gesetzeswidrig und selektiv. Es sind nicht 2 Millionen, denen es schlecht geht auf dieser Welt, sondern eher 2 Milliarden. Denen soll nun das Glück wie in einer Lotterie winken. Wer durchkommt hat's geschafft, wer das nicht kann guckt in die Röhre.

Es kann nicht die halbe Menschheit deutsch sein oder werden, und mit Blick auf unsere Geschichte und unsere Mankos wär das auch überhaupt nicht erstrebenswert...
a member
Ja, es ist wirkklich unzumutbar, dass die Staaten, in denen Mrenschen sterben, deren Flucht nicht vorher planen...

Aber bei aller Ironie. Ich danke Dir für Deine überlegte Antwort. Bei allen unterschiedlichen Ansichten ist dies eine Basis für ein Gespräch.

Ich teile Deine Wertung der doppelten Staatsbürgerschaft nicht. Ich sehe die Probleme, die durch diese entstehen können. Diese müssen rechtlich gelöst werden. Aber nur dadurch, dass ich nur eine Staatsbürgerschaft inhabe, lösen sich meine Wurzeln und die kulturellen Bereicherungen und Brüche die ich habe nicht.

K*******u
Da müssen also die Juristen nun Probleme lösen, die es ohne eine schlecht durchdachte Gesetzgebung gar nicht gäbe, aber das ist ja wohl oft so!
Persönliche kulturelle Wurzeln sowie die Bereicherung oder Brüche darin oder dadurch sind eigentlich was für den Psychologen aber wenn wir das Verhalten vieler türkischstämmiger Mitbürger zur Zeit sehen, ist es jetzt wohl Etwas geworden, womit sich Politik oder sogar Justiz dringend beschäftigen müssen. Ich empfehlen den Bericht aus Monitor im Ersten gestern abend. Die 11 Minuten kann man dort in der Mediathek auch einzeln abrufen.
a member
Der Begriff Volk macht nur Sinn zusammen mit dem Begriff Grenze/ Gebiet. Innerhalb dieser Grenze gehört manchmal dazu, wer innerhalb dieser Grenze geboren worden ist, durch Abstammung, durch Aufnahme oder lebt hier als Gast/ Besucher.

Wir haben die Völker auf der Welt durch unsere Kolonialgeschichte nicht in Ruhe gelassen, sondern Gesellschaften wurden aufgebrochen. Damit haben wir auch die innere Stabilität, Nachhaltigkeit der Völker zerstört, die sich mit oft grausamen Riten im Gleichgewicht gehalten haben.

Die Lösung kann nun nicht sein, das Erfolgsmodell zu fördern, Überbevölkerung, Auswanderungsdruck und Warten auf die Geld-Überweisungen in die Heimat. Wenn wir nun blocken und den Rückstau verursachen, werden die Menschen vor Ort darüber nachdenken müssen, wie sie sich nachhaltig in ihrer Heimat einrichten und nicht nur durch Auswanderung den Druck aus dem Kessel nehmen.
a member
Ich denke, beide Ansätze müssen verfolgt werden. Gezieltes Asyl, gezielte Wanderung und Stabilisierung oder gar erst Herstellen von lebensfähigen Strukturen in den Regionen der Welt.
former member
Die Ansätze, so wie Du sie formulierst malermeister, können leider gar nicht verfolgt werden.

"Gezieltes Asyl" ist schon mal ein Wiederspruch in sich selbst, und zudem vermischst Du da Äpfel mit Birnen. Asyl soll laut dem Willen des Grundgesetzes dem Politisch Verfolgten gewährt werden. Das aber kann bestimmt nicht "gezielt" ins Auge gefasst werden. Wir wollen doch nicht, daß Menschen politisch verfolgt werden, oder ? Also können wir nicht "zielgerichtet", quasi vorsorgend Asyl anbieten, sondern allerhöchstens "reagierend" Asyl anbieten, soweit die Voraussetzungen dazu erfüllt sind.

Und das führt zum zweiten Problem. Politische Verfolgung und Armut und Fachkräftebedarf sind dreierlei. Asyl mit Füllhornambitionen und unqualifiziertem Maschinenfutter zu vermischen ist daher absolut widersinnig. Armut verfolgt nicht, sie nervt nur. Da kann man gar kein "Asyl" bieten, da kann man höchstens eine neue Lebenschance und materielle Geschenke in einem neuen Land bieten. Explizit vom Grundgesetz gedeckt ist das aber nicht, das heißt es ist nicht im geringsten verpflichtend.

Und Stellen gezielt zu besetzen orientiert sich dagegen an den üblichen Gepflogenheiten des Bewerbungsverfahrens. Jetzt wie ein durchgedrehter Gärtner per Gießkannenprinzip Hinz und Kunz, Achmed und Aische über die Firmen auszuschütten, bar jeder Qualifikationsprüfung, wird schiefgehen.

Im Moment blickt aber sowieso keiner mehr durch, weil alles wild gemischt wird. Asyl, Flüchlinge, Migrant, Einwanderungsgesetz, EU Verteilung, Kontingente, subsidiärer Schutz, Auffanglager, Grundgesetz und moralischer Imperativ... Alles wird fröhlich gemischt, verbrämt, verkannt, falsch erklärt und mißbraucht, um unliebsame politische Gegner mundtot zu machen. So hat das keine Zukunft.

Ob Äpfel und Birnen oder Bundesregierung, erst mal muß Ordnung in den Sauhaufen, ins Blut muß Sauerstoff statt Kuschelhormon, in Zukunftsplanungen müssen erkennbare Strategien anstatt hektische Aktionismen. Und in die Regierung muß Recht und Gesetz anstatt Gesetzes- und Vertragsbruch auf allerhöchster Ebene.

Und aufs Altenteil muß die inkompetente Merkel, bevor man sie, wie Kohl, nur noch mit dem Küchenschaber von Ihrem Stuhl kratzen kann.

edited once
a member
Entschuldige: unsauber formuliert: zielgerichtete Asylpolitik, die den Grundsätzen der Menschenrechte entspricht.

Widerpruch: Armut verfolgt nicht, sie nervt nur: Armut verfolgt nicht, aber sie nervt auch nicht nur. Armut tötet.
Verfolgung tötet direkt, Armut im Extremfall langsam und qualvoll.

Die Einwanderungspolitik, wie Du sie als "billiges Maschinenfutter", die Armut durch preiswerte, aber möglichst qualifizierte Menschen zum Nutzen der Wirtzschaft ausnutzt, ist in menschlicher Hinsicht ein entlastendes Ventil.
Wir können versuchen, den Druck auf die Asylverfahren, die ja politisch-gesellschaftlichen Gesetzen gehorchen, durch lebensbedrohende wirtschaftliche Not des Einzelnen zu mildern.
Dieser dritte Ansatz ist menschlich gesehen der am wenigsten wichtige. Er ist dazu da, den Wanderungsdruck der beiden aus menschlichem Fehlverhalten entstandenen Gefahren politische Verfolgung und existenzbedrohende Armut zu verringern und zu lenken.
a member
Dies war der sachliche Teil meiner Antwort, jetzt gehe ich auf Deinen unsachlich polemischen und , ja ich sage und empfinde es so, rassistischen Spruch
...per Gießkannenprinzip Hinz und Kunz, Achmed und Aische über die Firmen auszuschütten...
ein.

Diese Art der "Argumentation" ist rassistisch. Die Herkunft der Migranten hat keinen Einfluss und Bedeutung für die zu wählenden Verfahren.
former member
Armut kann auch töten, da geb ich Dir recht. Man kann das gerne als Ergänzung dazuschreiben.

In Deinem Satz "Die Einwanderungspolitik, wie Du sie als "billiges Maschinenfutter", die Armut durch preiswerte, aber möglichst qualifizierte Menschen zum Nutzen der Wirtzschaft ausnutzt, ist in menschlicher Hinsicht ein entlastendes Ventil." scheinen ein paar Verben und Satzteile verloren gegangen zu sein, vielleicht beim Textkopieren. Mir ist leider unklar, was Du sagen wolltest.

Und welche "wirtschaftliche Not" willst Du verwenden ? Die der Flüchtlinge ? Die der Hartz IV Empfänger ? Die der bisher Beschäftigten ?

Und Du willst Not haben, damit der "Druck auf Asylverfahren" reduziert wird ? Das wiederspräche Deinen sonstigen politischen Ansichten, da fehlt doch ebenfalls irgendein Textteil !?

Bei "Achmed und Aische" gab's wohl ein Verständigungsproblem. Ich habe ja nicht von mehreren, auszuwählenden Verfahren gesprochen, sondern nur von einem. Von daher kann es gar keine Verfahrensunterschiede abhängig von der Herkunft geben.

Bedeuten sollte das ganze, daß es unglaubwürdig ist, ohne jede Regel, bzw. sogar entgegen geltenden Regeln, Millionen Einwanderer ins Land zu holen, und dann zu behaupten, das wäre ein Segen zur Behebung des Fachkräftemangels. Das ist eben "Gießkannenprinzip" statt "Bedarfsprinzip".

Und der Bedarf, so verstehe ich das, richtet sich noch immer nach der Qualifikation, und eben nicht nach der Herkunft.
a member
Der vollständige Satz mit mehreren Gedanken lautet:

Die Einwanderungspolitik, die Du als Beschaffung von "billigem Maschinenfutter beschreibst, nutzt die Armut der Menschen um möglichst preiswerte, aber möglichst qualifizierte Menschen zum Vorteil der Wirtschaft aus und schafft in menschlicher Hinsicht ein entlastendes Ventil.

Wir sollten versuchen den Druck auf die Asylverfahren, die ja politisch-gesellschaftlichen Gesetzen gehorchen, durch Linderung der lebensbedrohende wirtschaftliche Not des Einzelnen zu mildern.

Da waren wohl einige Gedanken etwas durcheinander geraten und ich habe beim Korrekturlesen nicht gemerkt. Ich wusste ja, was ich sagen wollte...

Wenn es nur um die Vermischung der Argumentation durch Nachschieben einer zweiten Begründung geht, stimme ich dir zu.

Die Menschen hereinzulassen und Asylverfahren zu beginnen war meiner Meinung nbach trotzdem das richtige Signal. Zu reagieren wie wir jetzt reagieren und Menschen sterben zu lassen ist falsch. Menschen nach einem rechtsstaatlichen Verfahren zurückzuschicken ist der richtige Weg.
former member
Okay, jetzt verstehe ich Deine Aussagen.

Tja, diese Einwanderungspolitik des "Maschinenfutters" mag für manche Firmen ein Segen sein. Dann nämlich, wenn niedrige Arbeitskosten alles bedeuten, aber Qualifikationskosten sowieso beim Steuerzahler hängenbleiben. Das mag Asylanten und Einwanderern eine "menschliche" Entlastung geben. Für Deutsche, die jetzt neue Konkurrenz neben sich haben, kann es hingegen zur menschlichen Belastung werden. Ist damit was gewonnen ?

Da schau ich doch lieber auf's Ganze, und frage mich, was unserem Lande nützt, und nicht, was ein paar Nadelstreifenfuzzis brauchen, um die schicke Penthousewohnung in Monte Carlo besser bezahlen zu können.

Du willst den Druck auf die Asylverfahren mildern, ich nehme an durch Verbesserung der Lebensbedingungen in armen und krisengebeutelten Weltregionen. Das ist ein guter Plan. Wird auch schon seit Jahrzehnten gemacht. Scheint aber gefühltermaßen so gar nix zu bringen. Ist auch im Zweifelsfall eine Aufgabe für Generationen. Und hat mit Hoppla-hopp Wanderströmen gar nix zu tun.

Wie man eigentlich die Lebensbedingungen verbessern kann, ist mit Sicherheit ein sehr ausschweifendes und auch komplexes, anspruchsvolles Thema. Wir könnten dazu evtl. ein eigenes Diskussionsthema eröffnen, in diesem hier ginge das vermutlich unter.

Abschiebung nach rechtsstaatlichem Verfahren ist generell begrüßenswert, ich stimme Dir zu. Naiv wie ich bin erwarte ich dazu aber auch Einlaß ins Land nach rechtsstaatlichen Verfahren.

Genau da aber knirscht es ganz gewaltig im Getriebe. Erst mal alle Rechtsstaatlichkeit mit Füßen zu treten, alle hereinzubitten, und erst d a n a c h anzufangen mit der Rechtsstaatlichkeit... das funktioniert nicht. Damit wurden Ablehnung, generelles Mißtrauen und eine AfD geradezu provoziert.

Hier trifft Frau Merkel und Konsorten eine sehr schwere moralische Schuld, denn der Schaden, den sie angerichtet hat, wird uns noch Jahrzehnte, wenn wir Pech haben, sogar auf immer und ewig begleiten.

Also... an welcher Stelle soll man anfangen mit der Rechtsstaatlichkeit ? Wenn's den Rechten Vorteile bringt... oder lieber den Linken... wie beliebig darf Rechtsstaatlichkeit sein ???

Sollen wir 'ne Münze werfen ?
a member
Ich schaue auf das große Ganze was der Menschheit nützt. Dann nützt es letzendlich auch dem Land und dem Einzelnen.

Ich kann Rechtsstaatlichkeit nicht unterteilen, sehe aber, dass es wie bei allem Menschengemachten Wiedersprüche und Verbesserungsbedarf gibt.

Ich dnke nicht, dass Frau Merkel und irgend ein heute tätiger Politiker die Ursachen für weltweite Migrationsbewegungen gelegt hat. Das Problem Migration besteht nicht nur in Deutschland, nicht rein in Europa.

Die sogenannte Entwicklungshilfe ist immer noch weitgehend Wirtschafts- oder Militärhilfe, die den Interessen der Konzerne und der Stabilisierung von Unrechtsregimen dient.
former member
Da haben wir also den seltenen Fall, in gewissen Teilbereichen einer Meinung zu sein:

- "Rechtsstaatlichkeit ist verbesserungsfähig". Nun, das ist sehr diplomatisch ausgedrückt. Ich würde meine Einschätzung lieber mit der Axt in der Hand im Bereich der Fäkaliensprache verorten... (Wenn ich mich gehen ließe)

- "Entwicklungshilfe hilft oft den Falschen". Genau deshalb hab ich ja das Gefühl, daß das scheinbar gar nix bringt. Fragt sich, welche neuen Ansätze nach 7 Jahrzehnten Entwicklungshilfe jetzt noch gefunden werden können !?


Deutlich wiedersprechen muß ich Dir aber bei der Definition dessen, wer den Nutzen davontragen soll. Die Pflicht deutscher Politik ist unzweifelhaft der Dienst am eigenen Land. Alles andere wäre auch nur wieder eine Degeneration der Demokratie. Natürlich ist es weder unsere Aufgabe, noch unser Recht irgendjemandem zu schaden. Aber es ist unser ureigenstes Interesse eben UNSERE Interessen zu schützen, und nicht die von China oder San Marino.

Im Übrigen... das machen alle Staaten auf der Welt so. Die haben alle ihre eigenen Probleme, keiner fragt danach, wie sich Herr malermeister oder Herr Andreas bei deren politischen Entscheidungen fühlen...
a member
Deine Logik kann zu Phänomenen wie Frau Le Pen, Gert Wilders, Benito Musolini und einem Österreicher als deutschen Kanzler führen. Damals waren die Menschen auch von kurzfristigen egoistischen nationalen Interessen überzeugt.

Langfristig dient die Berücksichtigung der Interessen größerer Gemneinschaften und im besten Fall aller Menschen jedem nationalen Interesse am besten.
Wenn die Menschen sich entschließen zusammen zu arbeiten entstehen wie in der Wirtschaft bei sinnvollen Kooperationen Synergieeffekte, die allen Beteiligten nutzen.

Ich sehe keinen Wiederspruch zwischen nationalen und internationalen Interessen.
Ich sage nicht, dass dieses Ziel einfach zu erreichen ist.
former member
Adolf Hitler ins Spiel zu bringen ist ein denkbar schlechtes Beispiel.

Sprach ich nicht davon, daß wir kein Recht haben anderen zu schaden ? Hitler aber definierte sich ja ausschliesslich darüber, wem er wie welchen Schaden zufügen konnte.

Das ist mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen.
a member
Trump umnd Erdogan schaden auch Menschen. Diejenigen, die sie wählen sind dere festen Überzeugung im berechtigten Interesse ihrer Staaten und Nationen zu dienen. Sie bedrohen auch in ihren Staaten im Namen dessen, was sie für die Nation halten dort lebende Minderheiten. Wo ist der Unterschied?

Ich zweifele ja schon die ganze Zeit den Begriff der Nation an. Ich sehe nur ein Staatsvolk und eine grundlegende Kultur.

Außerdem habe ich gesagt wozu diese Grundhaltung meiner Meinung nach jede Nation führen kann.

edited once
former member
Ich bestreite nicht, daß Trump und Erdogan schädliche Seiten an sich haben. Aber Deine Nennung von Hitler war nun mal definitiv themenverfehlt.

Du verweist nun auf die Bedrohung von Minderheiten im eigenen Land, was auch zutrifft. Du scheinst das aber undifferenziert mit Nationalismus in einem Topf zu werfen, was nicht zutrifft. Ganz im Gegenteil, wäre Erdogan ausschlieslich erznationalistisch, würde er auch für die Interessen des schwulen oder des kurdischen Anteils seiner Nation eintreten. Tut er aber nicht.

Man kann gerne über jedes dieser Themen sprechen. Aber man erschwert das Gespräch, wenn getrennte Phänomene in einen Topf geworfen werden.

Du siehst auch die Gefahr, daß die Wahrnehmung nationaler Interessen zu einem verbohrten Nationalismus führen können (Le Pen, Gert Wilders...). Na schön, rein theoretisch betrachtet hast Du damit recht. Dafür aber kann die Ignoranz nationaler Interessen zum Ausverkauf einer Nation führen oder zu unliebsamen faschistischen Abwehrreaktionen. Ich sehe daher keinen Sinn darin, das Thema nur mit philantropischen Scheuklappen zu betrachten.

Es kann doch nicht so schwer sein, ein paar poplige eigene Interessen ohne faschistische Verbohrung zu definieren !?
a member
Ich vertrete in meinen Augen nationale Interessen dann am besten, wenn ich die Interessen aller Menschen mit im Auge behhalt und so Gefahren und Migrationsdruck mindere.

Hier gehen wir gedanklich einfach von verschiedenen Grundannahmen aus.

Ich halte das Unglichgewicht in Verhältnissen einfach immer für Schädlich für alle Seiten.

Ich kann den Gedanken, dass Erdgan kein türkischer Nationalist sein kann, weiler gegen die Minderheit der Kurden und der Schwulen vorgeht.

Mit der Begründung war der deutsche Faschismus/ Nationalsozialismus also kein übersteigerter Nationalismus weil er gegen die dezutschen Juden gerichtet war.

Du entschuldigst, wenn ich dem Gedanken nicht folgen kann und das deutrlich anders sehe.

Nicht immer ist ein Verweis auf Hitler und den Nationalsozialismus verharmlosend und verfehlt. Sie sind einfach dass bisher extremste Beispiel für einen übersteigerten und falsch verstandenen Nationalismus.
Du verallgemeinerst, wo ich ganz deutlich differenziert habe.

Weil populistische Nationalisten beim Erkennen von verzwickten Wahrheiten überfordert werden und überreagieren könnten ist also der Schuld, der die Wahrheiten und Gefahren benennt.
Auch diese Meinung kann ich nicht teilen, obwohl sie auch weite Teile des linken Spektrums diskutieren.
former member
Okay, Dein Beispiel mit Hitler gegen die Juden ist nicht schlecht. Da kamen wir aus zwei unterschiedlichen Richtungen auf den Begriff "Nationalismus" zu, und kommen an die Grenzen dessen, wie man den Begriff eigentlich im Alltag oder in hitziger Diskussion versteht.

Dafür war Dein Vorwurf, ich würde verallgemeinern, schlecht. Du bist doch derjenige, der die Wahrnehmung nationaler Interessen als große Gefahr für übersteigerten Nationalismus siehst. Gerade das aber ist verallgemeinernd, denn das ist nur eine wage Möglichkeit, und durch nichts bewiesen.

Auch ich differenziere da lieber, und bleibe bei meiner Hoffnung auf "poplige" Interessen ohne Sieg heil Geschrei.
a member
Das übersteigerter Nationaslismus eine ganz reale Gefahr ist hat die Geschichte schon oft bewiesen, am schlimmsten in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Europa.

Ich kenne keinen Krieg, der nicht auf der Abgrenzung einer Gruppe/ Nation/ Volk/ Ethnie/ Kultur/ Religion von der anderen basiert.

a member
Jeder Krieg hat als Voraussetzung ein Feindbild, dass man geschickt aufbauen muss. Leider fallen die Menschen immer wieder darauf herein, sich ein Feindbild einreden zu lassen, zumal sie auch davon profitieren können. Schön, wenn jemand in die Wüste geschickt wird und ich seinen Posten und seinen Besitz übernehmen kann.

Auch innerhalb einer Nation kann schnell ein Feindbild entstehen. Da braucht man nur eine Aussage, eine alte Frau habe einen "bösen Blick" oder sie sei an den Kühen vorbeigegangen, die anschließend krepiert sind. Schon landet sie auf dem Scheiterhaufen und ihr Landgut wird konfisziert.

Das lauft auch heute so. Mit den falschen Leuten gesprochen, der falschen Bewegung gefolgt, schon wird dir deine Existenzgrundlage genommen, ganz aktuell.

Aber auch ohne klassischen Krieg befinden wir uns im Kriegszustand. Wir haben uns mit unseren Feinden verbündet und führen einen gnadenlosen Krieg gegen unsere Natur, unsere Lebensgrundlagen und unsere Zukunft. Unsere Umwelt wird bis zum geht nicht mehr ausgebeutet und zerstört. Wenn es nichts mehr zu holen gibt, geht es in der finalen Phase jeder gegen jeden weiter.



former member
danke @intronny,
schön das auch aus unserer Comm. einer wieder an die Grundübel der Welt erinnert und nicht nur über persönliche Befindlichkeiten diskutiert wird.
vor einigen Tage bin ich beim Zappen auch auf eine Sendung gestoßen, wo mal wieder dran erinnert wurde, das die Natur uns Menschen nicht braucht,
sie hat gut ohne uns schon Jahrtausende existiert und wird es auch nach der Selbstausrottung des Menschen tun.
solange wir unseren Verstand dazu mißbrauchen, persönliche Bedürfnisse über alles zu stellen, nach der Devise "Gier frisst Hirn", solange brauchen wir uns nicht wundern das Mord und Totschlag zu unserem Alltag gehören.
squirrl89 yrs
Ist unser Erzübel nicht unser Egoismus. Wir haben uns immer weiter weg von einer Gemeinschaft bewegt und unser natürlicher Selbsterhaltungstrieb schlägt immer öfter um in einen Besitz verteidigen, der uns vielleicht garnicht zusteht. Jedenfalls nicht alleine.

Wir beanspruchen Hoheiten, nicht nur an Sachen auch bei Meinungen, die wir besser teilen sollten. Aber der andere ist uns fremd, also sind wir abweisend, wenn wir ihn nicht gleich bekämpfen.

Gönnen wir dem anderen doch auch was, auch wenn er mit dem anders umgeht als wir. Fehlt uns wirklich was, wenn wir was abgeben?
a member
Wenn jeder Mensch auch die Interessen der anderen sieht, ist er solidarisch...
aber alle anderen sind auch solidarisch mit ihm. Das nenne ich gesunden Egoismus!

Ich weiß, dass dies ein Traum ist. Aber er kann ein Stück weit wahr werden wenn sich Menschen in diese Richtung bewegen.
former member
glaubst du wirklich, wenn ich einem Fremden etwas Gutes tue, 
das er völlig selbstverständlich nichts anderes im Sinn hat, als sich zu revanchieren?
Träum weiter.....in deiner Blase.
K*******u
Ich traue meinen Augen ja kaum, so viele "Gutmenschen" hier mit einem Mal!
Ich bekomme ja schon ein schlechts Gewissen jetzt, wenn ich den Müll nicht richtig sortiere! Aber mal im Ernst, natürlich sollten wir uns auch, was den Umgang mit unserer Umwelt angeht, an unsere eigene Nase fassen, aber dürfen wir die großen "Player" hier auf unserer Welt vergessen? Was passiert wird doch weitgehend von riesigen, reichen und mächtigen Konzernen, Oligarchen und den von diesen abhängigen Politikern bestimmt, Unser Bemühen um eine intakte Umwelt und ein menschwürdiges Leben für Alle, kommen doch schnell an die Genzen wenn sich nicht auch "oben" was ändert. Aber da haben wir nur die Möglichkeit mit unserer Stimme bei Wahlen etwas zu verändern und schon sind wir wieder bei Dem, worüber wir uns hier so oft streiten und unterschiedliche Vorstellunge davon haben, wer oder was helfen könnte.
a member
Lieber Uli/yul69 Ich habe nichts davon geschrieben, dass ich immer solidarisch sein werde und volle Solidarität von anderen erwarte.

Ich halte in der Realität nichts von schwarz-weiß denken.

Lieber Franz/Snoopi-el, wir können nicht erwarten, dass die auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Konzerne auf einmal Moral entwickeln.
Wenn wir moralische Werte in der Gesellschaft wollen, können wir nur dementsprechend wählen, in Parteigremien mitarbeiten und vorleben.
Das sind doch schon einige Möglichkeiten, wenn auch anstrengende.

Schnelle Erfolge lassen sich dadurch auch nicht erzielen. Aber selbst der längste Weg fängt mit einem kleinen Schritt an...
K*******u
Das meinte ich, Ralf-malermeister-, nur es darf eben auch nicht zu langsam gehen bzw. gar keine Erfolge sichtbar sein, denn werden viele Menschen sich abwenden statt sich zu beteiligen, von den Chancen für Populisten will ich gar nicht erst anfangen.
a member
Ich werde anständig wählen und demonstrieren*fg
K*******u
Die "Gutmenschen-Jäger" vielleicht nicht !
a member
Wäre schön, wenn die nicht so laut auf der Straße schreien...*lach
K*******u
Das ist wohl so, wenn man merkt, dass man keine "Meinungshoheit" hat, versuchte man das mit Geschrei zu kompensieren.
a member
pfui...
former member
Das klingt ja alles ganz formidabel vorbildlich, aber momentan ist der Weg dahin weiter als jemals zuvor.

Wir leben nämlich in einer Zeit, in der die grundlegensten Regeln der Art des Zusammenlebens, die ein gemeinsames Ziehen an einem Strang überhaupt erst ermöglichen, sich in einer unaufhaltsamen Degenerationsphase befinden.

Ob ständige Angriffe auf das Grundgesetz, ob systematische Umverteilung von unten nach oben, ob Eltern, die erziehungsunwillig sind, ob Sprache, die zur Unkenntlichkeit verschleift, ob Angriffskriege im Zeitalter der Atombombe oder Popularisierung der Lüge, auf daß jeder Ehrliche wie der Depp vom Dienst erscheint...

Sowas wie "das Gemeinsame" ist in unserer Epoche denkbar unpopulär. Verbesserungen dahingehend müssen wir wohl auf spätere Generationen verschieben.
Lenchen66 yrs
Ich bringe hier mal ein altes Thema neu hervor, dass Du, lieber Snoopi-El/ Franz, gesetzt hast und beleuchte es einmal aus heutiger Sicht und mit historischen Verbindungen.

Dabei werden von fast jedem verschiedene Bezüge hergestellt: Für viele ist die Grenze zwischen Volk und Nation nicht deutlich. Dann kommt noch der Begriff Staat dazu, der angeblich schon fast natürlich von einem Staatsvolk oder Kulturnation geprägt wird. Wirklich? Und war das schon immer so und kann nicht verändert werden? Wenn wir jetzt noch die Religion, die viele ja auch als Grundlage der Kultur, des Staates und der Nation sehen hinzu kommt wird es vollends unübersichtlich.

Aber genau damit begründen viele Menschen auch heute noch Konflikte und lösen Kriege aus. Deswegen sollten wir uns auch heute noch damit auseinandersetzen.

Aus unserer Kultur kommen wir nicht heraus. Die ist in Europa und dadurch in vielen Kolonien durch die Kirche geprägt, auch wenn wir heute oft nicht mehr religiös sind. Das zu leugnen heißt viele tradierte Gedanken und Rollen nicht als das zu erkennen, was sie sind.

Das wäre nicht weiter beachtenswert, wenn das hieße, wir haben die Bibel und die darin enthaltenen Werte diskutiert und bewertet und das gute angewendet. Es heißt aber auf die Kirchen bezogen eher mindestens bis zur Reformation waren Lesen und Schreiben für die meisten Menschen etwas, dass Priester taten und nutzloses Wissen im Alltag. https://de.wikipedia.org/wiki/Alphabetisierung_(Lesef%C3%A4higkeit) Während es im römischen Reich üblich war, dass fast jede*r lesen und schreiben konnte und sich so auch mit theoretischen Gedanken auseinandersetzen konnte verhinderte die Kirche, dass einfache Menschen die Bibel lesen und damit auch diskutieren konnte.
Das änderte sich auch mit der Reformation nur in geringem Maße.
Die einzigen Gruppen, die in den Europäischen Ländern Lesen und Schreiben konnte waren (weitgehend) die Priester und die Menschen jüdischen Glaubens. Lesen und Schreiben waren Machtinstrumente.

Ich denke, dass ist erst einmal ein Denkanstoß, den der eine oder andere hier vielleicht erweitert, ergänzt oder ihm widerspricht. Vielleicht werden ja auch Zusammenhänge mit dem Begriff Volk hergestellt.
K*******u
Ich glaube, diesen Thread und diese Diskussion wieder aufzunehmen, da überforderst Du nicht nur mich, Lenchen ! Man müsste schon ein ganzes Stück von Dem was vor 9 Jahren dieskutiert wurde nachlesen, die Mühe kann ich mir jetzt auch nicht machen. Es gibt im Moment so viel Aktuelles mit dem man sich beschäftigen muss. Mag sein das es da Verbindungen gibt, aber das rauszufinden fehlen mir zur Zeit auch die Nerven. Tut mir leid, aber wenn Jemand das anders sieht und hier mit Dir fortfahren möchte, gerne, Eure neuen Beiträge werde ich bestimmt zur Kenntnis nehmen und falls ich es für angebracht halte auch Stellung nehmen !
edited once
Lenchen66 yrs
Ich sollte nicht versuchen zu vermitteln, dass ein Thema, dass mich aktuell umtreibt eigentlich ein schon vorher diskutiertes ist oder Bezüge dazu hat. Ich habe das mal in ein neues Thema gefasst.
K*******u
Danke !
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