P*******u... muss bereit sein, für den Genuss zu sterben!
P*******uJa! Das soll aber nicht heißen, dass man sich vergiften soll oder so.
Lenchen66 yrsIch denke, mit etwas Überlegung ist die zunächst befremdliche Haltung zu verstehen. Wie weit Mensch sie teilt ist dann eine andere Sache.
Aber Leben besteht ja nicht nur aus reinem, möglichst langem, überleben. Es besteht ja auch aus oft unvernünftigem Genuss.
Ich erinnere nur an den gesellschaftlich schon fast, in unserem Kulturkreis, geforderten Alkoholgenuss. Auch Kaffee ist keine Medizin sondern Genussgift.
Wir alle treffen immer wider die Abwägung zwischen Genuss und Lebenserhaltung, auch wenn wir darüber nicht konkret nachdenken.
P*******uExakt! Wir entscheiden, wie wir uns verbrauchen. 😊 Der Tod ist für mich das Aufgeben der Kontrolle über sich selbst, in diesem Zusammenhang.
K*******uIch bin zwar kein gläubiger Mensch, KuschelMusc..., aber "Kontrolle über sich selbst" klingt für mich schon sehr nach menschlicher Überheblichkeit. In wie weit wir die "Kontrolle über uns selbst" haben wäre eine schwierige Diskussion denke ich und den Tod sehe ich mit großem Respekt als mehr als Kontrollverlust. Gerade kommt mir aber noch der Gedanke, dass Kontrollverlust oft Das ist was zum Tode führt , das kann man sagen.
Created21/04/2026edited twice K*******uWas nun den Alltag angeht, würde ich mich auch eher als "Genußmenschen" bezeichnen. Ich habe es immerhin bis 80 geschafft ohne auf ein paar leckere Bierchen und auf gute, alte deutsche und ostfriesische Küche verzichten zu müssen und lebe nicht vegetarisch, vegan oder nur von leichter mediteraner oder asiatischer Küche. Hab das auch nicht vor, das Einzige was ich mache ist, versuchen es mit dem Essen und Trinken nicht zu übertreiben und ein bißchen Pausen einzuhalten. Ich glaube die Freude am alltäglichen Genuß und ein bißchen mit Freunden klönen und ein paar Runden Skat zu spielen hält mich da schon einigermaßen fit aber auch die Partnerschaft und das ich noch nicht ohne Sex lebe.
Created21/04/2026edited twice P*******uZum Tod hatte ich schon immer ein etwas anderes Verhältnis gehabt. Da ist meine Ur-Ur-Großmutter Pietsch, an die ich mich zwar kaum erinnere, doch sie war die Erste, die in meinem Leben starb. Da sind die Schädel im Heimatmuseum Alfeld, die mich faszinierten. Und dann war da noch mein Großvater, mit dem ich Nachts "heimlich" Gruselfilme guckte (ich bin heute sicher, dass es alle wussten). Meine Fantasien waren für ein Kind makaber.
Mit 6 kam es schließlich zu meiner Fehldiagnose, dass ich als Teenie sterben sollte. Mit mir redete keiner darüber. Mein Vater starb mit 45, da war ich gerade 7 Jahre alt. Aufgrund der Familienstreitigkeiten durch die Eltern meines Vaters, die im gleichen Haus mit Mutter und meiner Halbschwester wohnten, zogen wir um. Da erfuhr ich erst von meiner Diagnose, durch Nachbarskinder, bei denen offenbar über das Geheimnis gesprochen wurde.
Ich überspringe jetzt einfach den ganzen Stress und die Traumata innerhalb der Familie, den Ableismus, das Mobbing etc. Und komme zur Muskelbiopsie. Es stellte sich heraus, das meine Behinderung nicht tödlich ist.
Allerdings versteiften sich viele darauf, dass ich früh sterben müsse, und wenn man etwas immer wieder hört, glaubt man es irgendwann daran. 🙄 Heute längst nicht mehr, doch der Einfluss auf mich blieb. Zum Beispiel wurde mir Bildung verweigert, ich kam in Sondereinrichtungen. Ich hätte viel mehr Chancen im Leben haben können.
K*******uja, wir sind nicht Alle gut behütet und mit allen Chancen durchs Leben gekommen, KuschelMusc.., danke das Du uns das hier schilderst. Ich will hier nun nicht noch mal so viel von mir erzählen, aber was Bildungsverweigerung angeht, da waren bei mir in den 50er Jahren auch große Hindernisse und Gymnasium oder auch eine Realschule waren nicht drin. so das ich gerade 14 geworden schon eine kaufmännische Lehre im Holz- und Baustoffhandel beginnen mußte, die in einer Zeit wo man nicht Alles mit Staplern bewegte auch viel körperliche Arbeit bedeutete.
P*******uDie Nachkriegszeit war ohne Zweifel sehr hart. Wenn es mich da gegeben hätte, wäre ich in einer Anstalt gelandet und mehr isoliert... Selbst Menschenversuche und Morde fanden bis Ende der 70er statt.
Der Unterschied zwischen uns ist, ohne Bildung als "Ausgleich" für meine Behinderung gibt es gar keine Erwerbstätigkeit. Es wäre schlicht nicht möglich.
Created27/04/2026edited once K*******uObwohl es langsam auf die 20 Jahre geht wo ich in Ruhestand bin, die fast 50 Jahre die ich berufstätig war sehe ich trotz vieler nicht so einfacher Situationen als große Bereicherung in meinem Leben und ich mag mir kaum vorstellen wie es mir in Deiner Situation gegangen wäre Kuschulmuc... !
Das Berufsleben begann bei mir mit einem ersten Lehrherrn der 15 Jahre früher noch ein SS-Mann gewesen war. Das der in meinem ersten Lehrjahr verstarb lag nicht an mir sondern am Lungenkrebs des starken Rauchers. Für mich war es ein Glücksfall, ich bekam einen neuen Chef bei dem ich die Ausbildung gut weiterführen konnte und in dem Betrieb auch nach bestandener Prüfung auch als Angestellter weiter bis zur Bundeswehrzeit gearbeitet habe, dies mal als erstes Kapitel meiner 49 Berufsjahre.
Ich wurde zwar als Wehrpflichtiger für 18 Monate eingezogen, aber es wurde ganz schnell zum 2. Beruf. Da ich meine Mutter nicht auf der Tasche liegen konnte habe ichmich als Zeitsoldat verpflichtet und war im Personalbüro einer großen Einheit eingesetzt hier in der Nähe meines Wohnortes, was später auch zu meiner Tätigkeit bei einer Bundesbehörde führte, also den dritten Beruf.