Lenchen66 yrsIch bin ja eine Leseratte und genieße die gute Auswahl der lokalen Bibliothek auch an englischsprachiger Literatur.
Neben der täglichen TAZ, elektronisch und nur am Wochenende auf Papier, habe ich die monatlichen Magazine von Zeit Geschichte abonniert, bin Mitglied der Grünen und des Fuss e.V., die mich mit Programmatischem Versorgen.
Im Augenblick lese ich die Reihe von Volker Kuzscher um Gereon Razh, verfilmt unter Babylon Berlin. Eine sehr lehrreiche Reihe finde ich.
Was lest Ihr so und was könnt Ihr anderenempfehlen oder wo wollt Ihr eher vor warnen?
Ich bin gespannt.
K*******uIch beneide Dich, Lenchen, dass Du englisch lesen kannst, meine Englischkenntnisse sind sehr bescheiden und reichen höchsten im Urlaub für eine kurze Verständigung aus. Ich gehöre zu einer Generation die in den ersten Schuljahren keinen Englischunterricht hatte und bin schon mit 14 Jahren in Berufsausbildung gekommen. Eine Leseratte war ich auch immer. Meine Mutter hat mich mit 6 Jahren schon mit zur Stadtbücherei genommen als wir 1952 wieder in Emden wohnten.
Ich habe Zeiten als Jugendlicher gehabt wo ich wenig gelesen habe und wieder mehr angefangen habe ich während meiner Bundewehrzeit. Da haben mich Böll und Lenz interssiert, mit Grass konnte ich weniger anfangen und Klassiker waren mir auch zu anstrengend, Älteres als die Nachkriegsliteratur habe ich bis wenige Ausnahmen nur Zweig und Kästner gelesen.
In den letzten Jahrzehnten sind mehr Thriller in meinem Leseprogramm. Zur Zeit lese ich von dem Österreicher Andreas Gruber sein neuestes Buch "Todesspur", wo es um das (von ihm erfundene) neue Auftreten der RAF geht und welches zum Teil in einem Luxushotel auf Mallorca spielt. Gruber hat gute Personenbeschreibungen und die Schilderung der örtlichen Gegebenheiten ist mit allen Details auch sehr gut. Die Handlung ist logisch und spannend aufgebaut.
Created19/02/2025edited once T***bEmpfehlen kann ich Audible, Skoobe oder Onleihe. Bei Audible gibt es Hörbücher, bei Skoobe (rückwärts ebooks) Bücher zum Lesen und bei Onleihe daneben auch Zeitungen und Zeitschriften.
Ich genieße es sehr, ein riesiges, sich immer wieder erneuerndes Angebot zur Verfügung zu haben. Preislich ist es wesentlich günstiger als Bücher oder Zeitschriften im Buchladen oder am Kiosk zu kaufen.
Favorisiert sind bei mir geschichtliche, politische oder sportliche Themen als Biografien, Romane oder Sachbücher.
T********hZum Bücher lesen komme ich nur selten. Die Tageszeitung lese ich und dann gerne erotisches. Manchmal schreibe ich meine Fantasien und Erlebnisse auch auf und lasse andere teilhaben.
E*******eIch liebe die Bücher von Juli Zeh, die ja in Brandenburg auf dem LAnd lebt. Besonders das letzte Buch, dass ich von ihr gelesen habe "Zwischen Welten", ein Email-Roman, wobei die Texte teilweise nicht nur per Email geschrieben werden.
Außerdem lese ich sehr gerne die Bücher von Erich Lassard, der Romane in denen es um Beziehungen zwischen Partner mit großem Altersunterschied geht. In seinem aktuellen Buch "Waldseegeheimnis" geht es um einen 20-jährigen Schulhausmeister, der bei seinem Dienst als Turnhallenpersonal einen über 50 JAhre älteren Senior kennenlernt, der zu einer Sportgruppe gehort. Beide haben am Anfang Probleme sich ihre Homosexualität einzugestehen. DEr Schulhausmeister entdeckt durch ihn erst, dass er auf wesentlich ältere Männer steht. Der Senior kämpft aufgrund eines traumatischen Erlebnisses mit seiner Ehefrau gegen seine "Neigung" an.
Die Bücher gibt es sowohl gebunden wie auch als ePaper-Version.
Lenchen66 yrsZuletzt habe ich den vierten Fall von Gereon Rath "Die Akte Vaterland" gelesen und viel über die Struktur Deutschlands und Preußens vor der Naziherrschaft gelernt, nicht nur über Berlin.
Da der fünte Fall "Märzgefallene" noch ausgeliehn war habe ich als Zwischenlektüre "The City of Lost Fortunes", auf Deutsch "Der Straßenmagier - Die Götter von New Orleans" von Bryan Adams aus dem Jahr 2018 gelesen. Dieser Bryan Adams ist nicht der Musiker sondern ein Autor aus der Umgebung von New Oreleans, der den Plot der Geschicht schon vor der Katastrophe durch den Huurricane Katrina im Jahr 2005 angtelegt aber nachdem ausgearbeitet hat. Es ist eins von zwei Büchern mit dem Thema.
Die Geschichte ist ein fantastischer Ausflug in die Glaubenswelten verschiedener Religionen, die sich aber auch mit der Frage beschäftigt, was den Geist eines Ortes, hier New Orleans, ausmacht. Was bedeutet die Unterbrechung der Geschichte durch eine Katastrophe, was endet, was entsteht neu?
Diese Fragen werden Anhand von Göttern der Antike und ihren Entsprechungen im Voodoo aber auch im Christentum ujnd den menschlichen Entsprechungen behandelt. Ich weiß, das klingt esoterisch und kompliziert, ist aber ( im Amerikanischen ) eine Freude zu lesen. Es war für mich ein reiner Genuss und lehrreiche.
Jetzt ist der fünfte Fall von der Serie Volker Kutschers "Märzgefallene" von mir ausgeliehen und wartet auf Entdeckung. Ich bin gespannt, ob die immer flüssigere Schreibart des Autors auch hier wieder eine Steigerung erfährt.
Der sechste Fall ist auf jeden Fall schon vorgemerkt und spätestens Anfang April in meinen Händen.
Lenchen66 yrsGerade fertig gelesen habe ich den fünften Fall über Gereon Rath in den Krimis von Volker Kutscher "Märzgefallene". Herr Kutscher nimmt uns hier mit bei dem Versuch, das direkte Grauen und die Geschwindigkeit, aber auch die wideresprüpchlichen Erfahrungen im frühen Jahr 1933 darzustellen. Ich finde, er wird von Buch zu Buch besser. Jetzt frteue ich mich auf das sechste Buch "Lunapark".
Für die Zwischenzeit habe ich auf der einen Seite das neue Heft von ZEITGeschichte über die Entwickelung von Thomas Mann vom kaisertreuen Nationalisten zum überzeugten Demokraten. Wenige dürften wissen, dass die Mutter der Brüder Heinrich und Thomas Mann aus Brasilien stammt und auch dort verwurzelte Vorfahren hat. Das die Frau von Thomas Mann aus einer sogenannten assimiliert jüdischen Familie kommt wusste ich so auch nicht, allerdings ist meine Allgemeinbildung in Bezug auf Literatur auch eher dünn. Spannend ist es die für uns fast nicht mehr nachzuvollziehenden aber früher selbstverständlichen Wertungen zu deutscher raunender "Seelen"kultur und kaltem mathematisch-merkantilem Denken in der Demokratie. Noch faszinierender ist es wie Thomas Mann im Geist Ideen bis hin zum Kommunismus durchdenkt, ausprobiert und integriert oder verwirft. Hier ist auch viel für heute zu vergeleichen und zu enmtdecken.
Neu gekauft habe ich mir das Buch vom TAZ Autor Daniel Zylberstajn-Lewandowski aus dem Jahr 2025 "Soll sein Schulem II: Faroys". Es ist das zweite Buch einer Auseinandersetzung mit dem Judentum seiner Familie. Der erste Band "Soll sein Schulem I: Zores" setzte sich mit der Vorgeschichte bis zur Shoa auseinander, in diesem Buch mit seinem widersprüchlichen Leben. Ich bin gespannt. Seine Artikel in der TAZ sind immer lesens- und bedenkenswert.
K*******uIch bin ja sonst großzügig was die Ausweitung von Themen in unseren Threads angeht, Bernd-Wurstfisch, aber ich denke was Du hier schreibst hat nichts mehr mit einer Buchbesprechung, wozu der Thread wohl gedacht ist, zu tun. Dein Hinweis auf 2 Bücher ist ja in Ordnung, auch wenn Du uns kaum Etwas über diese Bücher sagst, aber Deine allgemeinen Betrachtungen gehören hier nicht hin, denke ich. Wolltest Du vermeiden, dass man im Forum über Deine etwas einseitige Einstellung und mich ziemlich verstörende Relativierung des Holocausts antwortet ?
Created27/03/2025edited once T********m
Ich kann es einfach nicht mehr hören (lesen). Ist es etwa eine höhergestellte Religion, dass man sie stets derart hervorheben muss?
Und es hat sehr wohl etwas mit einer Buchbesprechung zu tun, einfach mal den letzten Beitrag von Lenchen etwas gewissenhafter betrachten!
Und wenn Du meinen Beitrag nicht verstehst, dann ist das Pech. Ich werde hier nicht als Lehrmeister auftreten, sondern nur meine Meinung sagen.
PS: Hättest Du gewissenhaft geschaut, so wäre Dir aufgefallen, dass es sich bei den beiden eingestellten Links nicht um Bücher handelt und Du adäquat hättest antworten können. Bevor nun immer neue Bücher geschrieben werden, von Menschen, die nicht einmal mehr Zeitzeugen sind, kann man vielleicht besser in der Geschichte seinen Wissenshunger stillen, dazu bedarf es keiner immer wiederkehrenden "Auffrischungen".
Ich habe NICHT versucht, den Holocaust zu relativieren, auch wenn Du mir das gern in den Mund legen möchtest, sondern nur Tatsachen erwähnt.
So könnte ich nun Dir unterstellen, dass Du das, was Netanjahu da verzapft, für gut heißt und ein derartiger Genozid im Vergleich zu der Zahl der entführten Geiseln nur gerecht ist.
Und ich bleibe dabei: Ich lese solche Bücher nicht!
T***bWurstfisch schrieb:
„Was die Juden heute verzapfen, ist keinen Deut besser! Schaut Euch an, was sie jetzt gemacht haben und auch beabsichtigen zu Ende zu bringen, und die ganze Welt schaut zu!“
Es hat schon seinen Grund, weshalb ich von den Aussagen im Forum so entsetzt bin. Der neue Geist hier (Wurstfisch) führt dazu, meine Kritik bei unpassenden Bemerkungen (Jelaengerjelieber) dazu zu verwenden, sie lächerlich zu machen.
Nie war der Spruch treffender: Die Deutschen werden den Juden Auschwitz niemals verzeihen.
Wurstfisch, du bist genauso wenig wie ich für die Verbrechen der Nazis verantwortlich. Dein Vergleich der Taten der Nazis mit denen der Israelis heute wird gern von Antisemiten benutzt, stimmt aber hinten und vorn nicht.
Gründe:
- Es gibt keine Gaskammern im Gazastreifen
- Israelis haben nicht die Absicht, Palästinenser vom Kind bis zum Greis zu vergasen
-Im Gegenteil, sie bieten Fluchtkorridore an
Kritik an der Politik Netanjahus habe ich oft deutlich geäußert. Dazu gehört aber auch die Wahrheit, dass die Hamas ganz offen ausspricht, Israel vernichten zu wollen.
Meine Vorschläge an die Leute, die von der Erinnerungskultur genug haben:
Setzt euch lautstark (mit euren Namen in der Öffentlichkeit) dafür ein, dass das Holocaustmahnmal abgerissen wird, wenn es euch ein Dorn im Auge ist. Oder wartet noch ein wenig, bis die AfD an der Macht ist, denn dann seid ihr endlich von der Last des Erinnerns befreit.
T********m
Ach, der arden lebt ja doch noch. War ja klar, dass Du Dein Geschwurbel wieder dazu tun musst.
So bildungsfern, wie Du Dich hier nun wieder einlässt: Um einen direkten Vergleich gezogen zu haben, hätte ich Fakten gegeneinanderhalten müssen.
Du versuchst hier, diese in von Dir eingebrachten Gründen hinterfotzig zu erstellen.
- Es gibt keine Gaskammern im Gazastreifen - RICHTIG, darum habe ich das auch nicht erwähnt!
- Israelis haben nicht die Absicht, Palästinenser vom Kind bis zum Greis zu vergasen - RICHTIG, Bomben und Raketen erfüllen den gleichen Zweck, sogar besser und schneller.
-Im Gegenteil, sie bieten Fluchtkorridore an - RICHTIG, das erspart die Bahngleise! Man treibe sie einfach von einer Seite zur anderen!
Ist es das, was Du hören wolltest?
Ach halt, da war ja noch die Erinnerungskultur, von der Du sprachst. Erinnern können sich nur Menschen, die zu dieser Zeit gelebt und erlebt haben! Ich bin und bleibe ein Freigeist und lasse mir nicht aufoktroyieren, was und wie ich zu denken habe.
Auch wenn das nun wieder ein auf Dich perfekt zugeschnittenes Thema ist:
Versuch gar nicht erst, Dich mir (besonders auf solch primitive Art) verbal entgegenzustellen, dem bist Du nicht gewachsen.
T***bNa ja, du willst nicht, dass ich dir antworte, weil meine primitive Art dir nicht gewachsen ist. Möchte ich eigentlich selbst entscheiden.
Dass sich solche Leute wie du nur daran erinnern wollen, was sie selbst erlebt haben, ist ein wenig armselig. In der Schule gab es auch für dich ein Fach, das „Geschichte“ heißt. Selbst als „Freigeist“ hast du da lernen (müssen), was du selbst nicht persönlich erlebt hast.
Zu Israel: Bomben und Raketen sind also nach deiner Meinung mit dem in den KZs eingesetzten Gas zu vergleichen - sogar besser und schneller.
Der Unterschied: Juden in der Gaskammer hatten keine Chance. Kinder in Gaza aber doch, wenn ihre Führung die Geiseln herausgeben und sich endlich ergeben würde. Aber die Hamas denkt gar nicht daran. Schließlich hat sie den Krieg provoziert und könnte ihn in der nächsten Minute beenden. Sie weiß aber auch, dass sie nur durch Opfer Leute wie dich erreichen kann.
K*******uoha, jetzt habt ihr aber losgelegt, das ich unser Forum nicht wiedererkenne, Du hättest doch die Gelegenheit gehabt, mich vorher mal im Privatchat anzuschreiben, Bernd, wenn Du schreibst "überall auf der Welt passiert es immer wieder", was ist das anders als Relativierung, unter "derartige Grausamkeiten" kann der Holocaust doch wohl nicht fallen !
Ich versuche auch gegenüber Dir, arden, fair zu bleiben. Deine Aussage mit den Kindern im Gaza -Steifen finde ich aber schon ziemlich zynisch , geschmacklos ist sie allemal wo dort so viele Kinder schon umgekommen sind. Ich möchte Euch bitten etwas vorsichtiger zu sein, sonst hat es doch keinen Zweck hier zu schreiben und ich weiß nicht ob unser Forum noch einen Sinn macht wenn so schlecht mit Kritik umgegangen wird.
Created27/03/2025edited once T********m
Relativieren
Bedeutungen:
transitiv: die Bedeutung von etwas abschwächen, indem man es zu einer anderen Sache in Beziehung setzt
Sinnverwandte Wörter: abschwächen, verniedlichen
Jetzt zeige mir die Stelle, an der ich das getan habe! Genau das Gegenteil ist der Fall! Du darfst das aber gern so deuten, wie Du magst. Hätte ich es vorher gewusst, obwohl man ja damit rechnen muss, wie einem zu bestimmten Themen etwas zugedichtet wird, dann hätte ich Dich ganz sicher vorher mal im Privatchat angeschrieben.
Fängt jedoch jemand an, mich öffentlich zu beißen, dann beiße ich öffentlich zurück.
Trump und Vance haben sich ja mal zum Thema Demokratie und Meinungsfreiheit in Deutschland geäußert und selbst Sarah Wagenknecht erwähnte den Einsatz der Nazikeule.
PS: Sollte mir noch einmal jemand mit der Nazikeule, anderen Beleidigungen oder Unterstellungen kommen, so darf er sich sicher sein,
es wird nicht weiter hier im Forum behandelt,
wir werden uns ganz sicher persönlich kennenlernen, und zwar vor Gericht!
Von mir aus darf es das jetzt gewesen sein.
K*******uOh man, jetzt bist Du bei der Nazikeule , Bernd, das hat Dir doch niemand unterstellt , ich wenigstens nicht, ich habe geschrieben das mich Deine Formulierung irritiert hat und wer von uns ist nicht schon mal bei einer Formulierung mißverstanden worden, das ist wenn man öfter in einem Forum schreibt ja schon fast so was wie ein "Berufsrisiko". Sollten wir nicht hier ein bißchen "abrüsten" und versuchen wieder zu einem normalen Umgang zu kommen, an mir soll das nicht liegen ?
Lenchen66 yrsLieber Bernd/ Wurstfisch.
Erstens: Kein Mensch zwingt Dich persönlich Dich mit irgend etwas auseinander zu setzen.
Zweitens: Nicht "die Juden", nicht einmal "die Israelis", begehen die unbestrittenen Verbrechen in Gaza. Es ist die israelische Armee im Auftrag eines auch von mir und vielen Israelis und Judem weltweit kritisierten und bekämpften Regierung. Deine Formulierung, ob bewusst oder unbewusst beurteile ich hier nicht, von "den Juden" ist eine antisemitische Erzählung, die ich eindeutig zurückweise.
Ja, mich gibt es auch noch, bevor Du dies, wie bei Arden, fetstellst.
Und ich werde weiter meine Meinung, meine Vorlieben und meine Gedanken hier teilen.
Ich setze mich im übrigen mit der deutschen und europäischen Geistesgeschicht auseinander, nicht nur mit der Shoa, dem Porajmos, den ermordeten Kranken oder queeren Menschen oder Demokraten.
Dabei ist der Faschismus und der Nazionalsozialismus, aber auch der Imperialismus und der Kolonialismus und die Frauenverachtung auch heute noch ein Teil. Alle diese Probleme und rechtsfreien "Ideen" sind heute noch existent und leider nicht vergangen.
Created28/03/2025edited 3 times T***b
Vielen Dank für deine Empfehlung, Lenchen. Bin sehr interessiert. Vielleicht möchte auch jemand die zwei letzten von mir gelesenen Bücher erwerben oder leihen. Mir haben sie jedenfalls sehr gefallen.
Gegen die Ohnmacht von Dagmar Reemtsma und Luisa Neubauer
Dagmar Reemtsma ist fast 90, sie ist ein Kriegskind. Ihre Enkelin Luisa Neubauer ist in Friedenszeiten aufgewachsen, doch ihre Generation ist durch die ökologische Zerstörung bedroht. Sie beide verbindet ihr Einsatz gegen die Ohnmacht angesichts der Krisen und Kriege der Welt. In diesem Buch erzählen sie erstmals ihre persönliche und politische Geschichte - eine Verschwisterung über die Generationen.
Luisa Neubauer hat eine besondere Beziehung zu ihrer Großmutter Dagmar Reemtsma. Seit sie ein Kind ist, besprechen sie alles miteinander. Persönliches, genauso wie die großen Fragen von Geschichte, Politik und Gesellschaft. Früh fingen sie an, darüber nachzudenken, was Privilegien bedeuten, und wie man ihnen gerecht wird. Sie wurden in sehr unterschiedliche und sehr schwierige Zeiten hineingeboren, mussten früh eine eigene Haltung finden: Dagmar Reemtsma wurde in Zeiten des erstarkenden Nationalsozialismus geboren, ihr Vater kam in einem KZ ums Leben. Luisa Neubauer musste verstehen, dass das Land, in dem sie aufwächst, ihre Generation
nicht vor der Klimakrise schützt.
Silke Maier Witt - Ich dachte, bis dahin bin ich tot - Mein Leben als RAF-Terroristin
Schonungslos, ehrlich, voller Reue – die ehemalige RAF-Terroristin Silke Maier-Witt erzählt ihr Leben
Die RAF ist ein deutsches Trauma. Viele Verbrechen der Roten Armee Fraktion aus den 70er- bis 90er-Jahren sind bis heute unaufgeklärt, noch immer ranken sich Mythen um die Mitglieder, die die Bundesrepublik terrorisierten. Silke Maier-Witt gibt in diesem Buch einzigartige Einblicke in das Innere der Gruppe.
Am 7. April 1977 – dem Tag des Mordes an Siegfried Buback – schloss Silke Maier-Witt sich der RAF an und tauchte unter. Fortan war sie eine der meistgesuchten Terroristinnen der Bundesrepublik. Während des »Deutschen Herbstes« spähte sie die Fahrtstrecke von Hanns Martin Schleyer aus, leistete logistische Hilfe und gehörte dem innersten Kreis der RAF an, der in Köln den Arbeitgeberpräsidenten entführte und dessen vier Begleiter tötete. Nach einem Banküberfall der RAF, bei dem eine Unbeteiligte erschossen wurde, übte sie Kritik – und stieg aus der Terrorgruppe aus. Mithilfe der Staatssicherheit tauchte sie in der DDR unter und begann ein neues, bürgerliches Leben – das mit ihrer Verhaftung nach dem Fall der Mauer ein jähes Ende fand.
In ihrem Buch blickt Silke Maier-Witt auf ihr Leben zurück – von der Kindheit in Hamburg über ihre Zeit in der RAF, ihrem Leben mit neuer Identität in der DDR, die Haft bis hin zu ihrem Neustart als ausgebildete Friedensfachkraft. Vor allem aber ergründet sie, wie es dazu kam, dass sie sich als junge Frau der Roten Armee Fraktion anschloss, und warum sie das Töten als Mittel zum Erreichen der RAF-Ziele hinnahm.
U*****mDerzeit lese ich "Das Narrenschiff" von Christoph Hein. Der Autor bringt in kurzer Abfolge der Kapitel die Zeit zwischen dem dritten Reich und der Wende in Deutschland auf mehr als 749 Seiten unter. Besonders geht es um die ehemalige DDR, deren Entwicklung, um die Menschen, die dort lebten. Für mich, der ich 1951 in Leipzig geboren wurde, eine interessante, realistische Schilderung von privaten Lebensumständen und politischen Entwicklungen. Für Leser, die dieses Land nur aus den Medien oder gar nicht kannten, ein sehr lesenswerter Gesellschaftsroman über Menschen und ihre Nöte, Funktionäre und Schwule, über die Jugend des Landes und den Einfluss der Weltpolitik und Moskaus auf dieses geschundene Land.
Meines erachtend trägt das Buch viel zum Verständnis der heutigen Situation bei.
T***bDas ist ja nun wirklich ein Zufall. Ich lese sehr gerne Christoph Hein und hatte mir gerade „Das Narrenschiff“ als Hörbuch besorgt. Ganz besonders empfehlen möchte ich „Verwirrnis“ von ihm. Er schreibt sonst nicht so oft als Schwerpunkt über unser Thema, aber hier hat er mal eine lesenswerte Ausnahme gemacht:
Friedeward liebt Wolfgang. Und Wolfgang liebt Friedeward. Sie sind jung, genießen die Sommerferien, fahren mit dem Fahrrad die weite Strecke ans Meer und reden stundenlang über Gott und die Welt. Sie sind glücklich, wenn sie zusammen sind, und das scheint ihnen alles zu sein, was sie brauchen. Doch keiner darf wissen, dass sie mehr sind als beste Freunde.
Es sind die 1950er-Jahre, sie leben im katholischen Heiligenstadt, und für die Menschen um sie herum, besonders für Friedewards strenggläubigen Vater, ist ihre Liebe eine Sünde. Käme ihre Beziehung ans Licht, könnten sie alles verlieren. Als sie zum Studium nach Leipzig gehen – Friedeward studiert Germanistik, Wolfgang Musik –, finden sie dort eine Welt gefeierter Intellektueller, alles flirrt geradezu vor lebendigem Geist.
Und sie lernen Jacqueline kennen, die ihnen gesteht, dass sie eine heimliche Beziehung zu einer Dozentin hat. Zu viert besuchen sie die legendären Vorlesungen im Hörsaal vierzig, gehen ins Theater, tauchen gemeinsam ein ins geistige Leben der Stadt.Und da reift in den drei Freunden der Plan: Wäre es nicht die perfekte ›Tarnung‹, wenn einer von ihnen Jacqueline zum Schein heiraten würde?
In seinem Roman erzählt der große deutsche Chronist Christoph Hein bewegend von einer Liebe, die über Jahre hinweg allen Widrigkeiten trotzt, und zeichnet zugleich ein lebendiges Panorama deutschen Geisteslebens.
Lenchen66 yrsIch danke Euch für die drei letzten, sehr interessanten Antworten.
Ich habe jetzt den sechsten und siebten Band der Reihe um Gereon Rath hier liegen und den Band "Lunapark" in zwei Tagen zuende gelesen. Hat ja nur 550 Seiten...
Wie immer faszinieren Milieubeschreibung und zeitpolitische Einordnung, aber auch, dass niemand nur sympathisch oder unschuldig ist. Auch wenn die Bücher kein Zeitdokument sind finde ich sie lehrreich und sie zeigen, was Menschen wissen konnten und aktiv verdrängen mussten.
"Marlow", den siebten Band, habe ich gerade angefangen und findew es spannend wie Herr Kutscher selbst den Werdegang von dem Gentlemanverbrecher in einer kurzen Skizze erklärt und nachvollziehbar macht.
Nur zur Hälfte gelesen ist die Autobiographie von Herrn Daniel Zylberstajn-Lewandowski.
Es ist spannend, wie viele Parallelen das Leben des zehn Jahre später als ich geborenen als Nachfahre von Opfern der Shoa zu meinem als Nachfahre von ehemaligen Nazis und als Kriegsenkel bestehen. Die Weitergabe von Traumas, die auch durch bei uns eigene Taten und Haltungen entstehen sind vergleichbar, auch wenn die Schuld hier eindeutig zuortenbar ist.
Lenchen66 yrsIch habe schon länger den siebten Fall von Greon Rath von Volker Kutscher gelesen und möchte hier meine Gedanken noch mal zusammen fassen.
Ich merke den Romanen an, dass Herr Kutscher Geschichte und Philosophie studiert hat und als Journalist auch tief in heutigen Diskursen steckt.
Er nimmt uns nicht nur mit tief in in den Alltag des Deutschland der Weimarer Republik in Köln oder Berlin sondern auch in die verlorene Vielfalt in Ostpreußen mit den Masuren und mit den Figuren eines Askari und eines Menschen aus aus Kiautschou/ Tsingtao in die durch das "Dritte Reich" überdeckte Kolonialgschichte und deren Folgen.
Spannend fand ich, dass Herr Kutscher die Figur des Sohns einer Chinesin und eines Gutsbesitzersohns als einzige Person durchgängig als mit allen Vorurteilen die wir über Asiaten haben ausgestattet darstellt. Alle anderen Personen sind unabhängig von Aussehen und Herkunft als komplexe Menschen gezeichnet. Ihr anders sein wird nur anhand der Reaktion der Umwelt deutlich.
Für mich führte die Zeichnung dieser Figur und mein Unwohlsein beim Lesen dazu, dass ich mich mal wieder mit den eigenen Bildern und Vorurteilen im Kopf beschäftigte.
Jetzt ist der achte Fall "Transatlantik" und der neunte Fall schon vorbestellt und den Achten kann ich in der Bibliothek vor Ort abholen.
Bei Herrn Daniel Zylbersztajn-Lewandowski hat mich die Weltoffenheit des durch die Familiengeschichte geprägten Journalsten, der mit einer Britin mit afrikanischen Wurzeln verheiratet ist, die er bis zum Tod seines Vaters vor den Eltern verleugnet hat, und die Widersprüchlichkeit der Ideen des trotz eher säkularer Erziehung geprägten, der zum Orthodoxen Judentum übergetreten ist, fasziniert.
Viele Reaktionen der Opfer der immer noch unvorstellbaren aber realen Verbrechen der Deutschen ähneln der durch Schuld verursachten Reaktionen und tradierten Abwehrreaktionen in den Familien des Volkes, aus dem die Täter kamen, den Deutschen, uns allen.
K*******uIch muss zugeben, was diese Themen betrifft bin ich bei Böll und Lenz stehen geblieben, zwar sicher kein schlechter Standpunkt aber wie ich hier bei Dir lese, Lenchen, gibt es da auch heute noch Literatur und Weiterentwicklung. Ob ich so Etwas allerdings noch lesen mag, da bin ich mir nicht sicher. Bei der Fülle an journalistischer Information und dem Tagesgeschehen tauche ich, ehrlich gesagt, lieber in die modernen Märchen der Thriller - Autoren ab.
Ich mag da längst nicht Alle und gerade die so sehr Angesagten sind es nicht, auf dem ersten Platz bei mir stehen ein Däne, ein Österreicher und 2 amerikanische Autoren die sich als Lektoren zusammen gefunden haben und seit Längerem selbst schreiben. Das sind Preston & Child deren letzten Roman ich gerade gestern als Osterliteratur verschlungen habe. Empfehlen kann ich das Buch aber weniger. Nicht weil es nicht hervorragen geschrieben ist, sondern weil man einige Romane davor kennen muss um richtig Freude daran zu haben.
Lenchen66 yrsJa, ich mag auch die amerikanischen Autoren, gerade den von Dir genannten
Das ich in auch einfach als Märchen für Erwachsene lesen kann schätze ich aber auch an Herrn Kutscher.
Auch alle anderen Krimis sind ja ein Spiegel ihrer Gesellschaft und kann und lese ich auch als Gesellschaftsbeschreibung.
U*****mGerne lese ich SciFi und Fantasy.
Im Moment lese ich "Die Erben der alten Zeit". Drei Teile gibt es, den ersten Teil habe ich fertig. Eigentlich eine Trilogie für junge Leute, aber mit 73 ist man auch noch jung - oder?
Hier geht es um Zeitsprünge und Weltenwechsel, Magie und Abenteuer. Nicht schwer geschrieben, nur die Götterwelt der nordischen Mythologie prägt sich mir nicht mehr ein. Alles in allem kurzweilig, spannend und von allem ein bisschen.
Insgesamt ca. 1600 Seiten umfasst die Trilogie. Als Kindle E-Book kostenlos.
T***b
„Das Narrenschiff“ hat mir gut gefallen und auch meine Vorsicht vor der unkritischen Gläubigkeit von ideologischem Fanatismus bestätigt. Kommunismus und Sozialismus haben sich als Fehler erwiesen, vor allen Dingen aber immer dann, wenn Menschen zu diesen Ideologien gezwungen wurden. Besonders eindrucksvoll wurde in dem Buch beschrieben, wie die Genossen die Umkehrung vom gottgleich verehrten Stalin zum Verbrecher verarbeiten mussten.
Nach dem Tod von Squirrl und dem Weggang von foroldermen haben wir anscheinend keine sportbegeisterten User mehr hier. Vielleicht aber doch und so möchte ich ihnen den beachtenswerten Debütroman „ Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer (Weltmeister 2014 und Fußballexperte im ZDF) empfehlen.
Der ehemalige Sportreporter Reinhold Beckmann hat vor einiger Zeit die sehr lesenswerte Erinnerung an seine Mutter „Aenne und ihre Brüder“ geschrieben. Beckmanns Mutter verlor ihre vier Brüder im Krieg.
Einige Stimmen dazu:
»Reinhold Beckmanns Mutter war eine große Erzählerin. Und nun gibt Beckmann ihre Geschichte an uns weiter. Er erzählt sie uns auf völlig schnörkellose Weise, klar, einfach, eindringlich. « Senta Berger
Das Leben von Reinhold Beckmanns Mutter Aenne war früh von Verlusten gezeichnet. Ihre Mutter starb, als Aenne noch ein Baby war. Vier Brüder hatte sie, alle im Krieg gefallen. Anders als viele ihrer Generation hat Aenne über diese Zeit nie geschwiegen. Ihre Brüder und Eltern blieben immer gegenwärtig, in Gesprächen, Fotos und Erinnerungen.
Reinhold Beckmann erzählt die Geschichte von Aenne, Franz, Hans, Alfons und Willi, zwischen hartem Alltag auf dem Dorf, katholischer Tradition und beginnender Diktatur. Und davon, was der Krieg mit Menschen macht. wenn keiner zurückkehrt.
»Reinhold Beckmann erzählt mit Respekt und Liebe die Geschichte seiner Mutter. Ein aktuelles, ein lesenswertes Buch!« Gerhart Baum
»Ein Buch voller Liebe und Trauer. Ein Buch über die Verwüstungen des Krieges. Und ein Buch für den Frieden - das genau zur richtigen Zeit kommt.« Heinrich Wefing, Die Zeit
»Das Buch ist so berührend, weil es diese vier jungen Leben so sichtbar macht. Als ob es gestern gewesen wäre. Ja, es war gestern – und ist heute leider wieder so! « Udo Lindenberg
K*******uDa kündige ich es doch bei dieser Gelegenheit schon mal im Voraus an, arden, ich will in Kürze oldielove - Peter bei GR als co-admin anmelden. Es ist ein intensiver Gedankenaustausch per chat vorausgegangen und daher weiß ich auch von seiner Sportbegeisterung und seinen Kenntnissen auf dem Gebiet. Mehr davon wenn die Anmeldung erfolgt ist.
T***bDas sind gute Nachrichten. Mit ihm hast du einen Menschen gefunden, der diese Aufgabe bestimmt verantwortungsbewusst und ohne große persönliche Eitelkeiten übernehmen wird. Ich freue mich sehr über deine Wahl.
T***bZufällig habe ich den Roman von einer jungen deutschen Schriftstellerin mit dem Namen Sarah Höflich aus Schleswig Holstein entdeckt. Der Name war mir unbekannt und auch das Buch mit dem Titel „Maikäferjahre“.
Ich fing an zu lesen und wollte gar nicht mehr aufhören. Das ist ja immer ein gutes Zeichen und für mich mehr wert als alle Rezensionen.
Es geht hier um das Geschwisterpaar Anni und Tristan. Anni flieht im letzten Kriegsjahr aus dem brennenden Dresden quer durch Deutschland auf der Suche nach einer sicheren Zuflucht.
Ihr Zwillingsbruder Tristan wird als Kampfpilot über England abgeschossen und muss sich in dem feindlichen Land behaupten. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs getrennt, in Gedanken immer verbunden: Nie hören die Geschwister Anni und Tristan auf, sich Briefe zu schreiben – in der verzweifelten Hoffnung, der jeweils andere möge noch leben.
Wenn ich mit dem Buch fertig bin, möchte ich mir auch das erste Buch der Autorin besorgen: Hier nähere Angaben aus der Werbung dazu:
EIN GROSSARTIGER FAMILIENROMAN, DER SICH ZUSEHENDS ZUM POLITTHRILLER ENTWICKELT
Heimatsterben
Tilde Ahrens, mehrfache Mutter, Oma und Uroma, liegt im Sterben und bittet kurz vor ihrem Tod Lieblingsenkelin Hanna, die Familie zusammenzuhalten. Keine einfache Aufgabe für die freigeistige Journalistin, die eigentlich seit Jahren in den USA lebt, denn in dem weitverzweigten Ahrens-Clan prallen die unterschiedlichsten Weltanschauungen aufeinander.
Hanna taucht ein in die Geschichte ihrer Familie und stellt sich der Auseinandersetzung mit ihrer erzkonservativen Schwester, deren Mann Felix Kopf einer nationalistischen Partei ist. Es kommt zu einer vorsichtigen Annäherung. Doch dann gewinnt der charismatische Felix überraschend die Wahl, zieht ins Kanzleramt ein und ausgerechnet Hanna soll ihn bei seiner politischen Arbeit unterstützen.
K*******uGerade habe ich im Tagebuch zu Sanktionen der USA gegen zwei Richterinnen des internationalen Gerichthofes geschrieben. In diesem Zusammenhang möchte ich ein Buch des Dänen Jens Heindrik Jensen empfehlen was ich vor Kurzem gelesen habe, der in einem spannenden Thriller sehr gut die Situation in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien aber auch das vorgehen und umgehen der USA mit dem Gerichtshof in Den Haag schildert. Der Titel ist "East - Jagd im Zwielicht". Manchmal können Thriller mehr über eine Situation aussagen als viele Dokumentationen finde ich.
Created06/06/2025edited twice T***b
Über Pfingsten werde ich mir (wieder einmal) Heinrich Manns „Der Untertan“ als Hörbuch hervorholen. Es gibt nach meinem Geschmack zwei Sprecher, die ein Hörbuch zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen: Hans Korte (liest dieses Buch) und Gert Westphal (liest die Bücher von Thomas Mann).
Wer weniger Geduld hat, dem empfehle ich das von Hans Korte eingelesene kurze Buch „Der wiedergefundene Freund“ von Fred Uhlman.
Beschreibung von „Der Untertan“:
»Diederich Heßling war ein weiches Kind.« Mit diesen Worten beginnt Heinrich Mann seinen vorseherisch genialen, satirischen Bildungsroman Der Untertan. Heßling ist der Prototyp des brutalen Spießers, der es im Deutschen Reich weit bringt. Charakterschwach und ängstlich, unterwirft er sich bereitwillig den wilhelminischen Autoritäten und tyrannisiert die Mitmenschen, wenn es ihm Vorteile verschafft. Demokratie und Menschenwürde bedeuten ihm nichts, lieber schwärmt er in schwarz-weiß-roter Schärpe lustvoll für den Kaiser.
Heinrich Mann schuf mit seinem Roman das epochale Porträt des deutschen Opportunisten und zugleich das unübertroffene Sittengemälde der spätwilhelminischen Gesellschaft, die erst den Weltkrieg herbeijubelte und dann im Schützengraben unterging.
»Das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Roheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolgsanbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit.« Kurt Tucholsky
U*******bHallo erst einmal!
Bin neu in diesem interessanten Forum und bisher nur ein Mitleser.
Manchmal muss ich schon etwas schlucken, ob der "harten" Kost.
Doch dies hält mich nicht ab, bei diesem "Einstiegsthema" meinen ersten Beitrag zu liefern.
Doch zu meiner Person sei gesagt, ich höre (wenn ich will antworte und reagiere ich auch) auf meinen Namen: Bernd
Zum Thema:
Feste tägliche Kost ist meine Tageszeitung "NP/HAZ"
Ich behaupte auch von mir eine Leseratte/Bücherwurm zu sein.
Da bleibt nichts ungeblättert, was greifbar ist.
Eine besondere Neigung ist Science Fiction, vom Einzelbuch bis hin zu Serien.
Zudem ist die weite Welt der neuen Medien und Bezugswege für mich nicht unbekannt.
Dennoch halte ich gerne einen satten Block aus bedruckten Seiten in den Händen.
Auch den humorigen Schriften bin ich immer zugetan.
Daraus mal ein Schriftsteller, der evtl. bekannt ist oder eben auch nicht.
Arto Paasilinna aus Finnland
Eine super Einstiegsdroge ist "Der wunderbare Massenselbstmord".
Schmunzeln bis laut Lachen bei der Lektüre ist garantiert. So schräg, aber bildhaft geschrieben ... für mich überzeugend und weitere Bücher aus seiner Feder haben den Weg in mein Regal gefunden.
Eure Beiträge sind für mich einen Blick wert und es stehen Erkundungen an - danke dafür.
Das als ersten Beitrag von mir. Bleibt gesund und lest!
Erst wenn Bücher brennen wird es ernst.
K*******uDas freut mich auch ganz besonders, dass sich hier ein neues Mitglied meldet und trotz der "schweren Kost", die gerade hier bei der Literatur in letzter Zeit häufig angeboten wurde, mal etwas humorvolles vorschlägt ! Ich werde mich sicher mal nach diesem finnischen Schriftsteller umsehen. Science Fiction habe ich eine Zeit auch gerne gelesen bin aber in den letzten Jahren eher bei Thriller von bestimmten Autoren hängen geblieben. Da ist der Österreichewr Andreas Gruber, der Däne Jen Hendrik Jenssen, und die Amerikaner Preston & Child dabei, die auch mit der Serie um ihren FBI-Agenten Pendergast ein Stück in den Bereich Fantasy bis SiFi kommen und verdammt gut und spannend schreiben.
Ich heiße Dich hermit in unserer Gruppe herzlich willkommen und würde mich freuen wenn wir in Zukunft weitere Beiträge von Dir lesen können. LG Franz - snoopi-el
Created02/07/2025edited once T***b
Vielen Dank für den Tipp. „Der heulende Müller“ war mein erstes gerade zu Ende gehörte Buch dieses finnischen Autors und dem werden wohl noch weitere folgen. Es hat mir nämlich gut gefallen und traf trotz der Ernsthaftigkeit des Themas meine Vorstellung von trockenem Humor. Dafür mitverantwortlich war auch Jürgen von der Lippe, der das Buch optimal vorgelesen hat.
U*******bSchön zu lesen, dass Arto bereits Zugang gefunden hat.
Als Hörbuch mit JvdL als Vorleser dürfte man einen hohen Spaßfaktor gehabt haben.
Nun werde ich auch mal ein Hörbuch probieren.
Die Art von Arto Paasilinna auch gesellschaftliche Kritik und Fehlentwicklungen zu verpacken,
gefällt mir ungemein. Der Seitenhieb ist immer mit dabei ...
Meine Sammlung enthält:
Im Wald der gehenkten Füchse
Die Rache des glücklichen Mannes
Die Giftköchin
Der liebe Gott macht blau
Der Sohn des Donnergottes
Vorstandssitzung im Paradies
Nördlich des Weltuntergangs
Der Sommer der lachenden Kühe
Kaum zu glauben, ich bin bei keinem Titel gelangweilt worden. Manchmal mit Tränen in den Augen, kaum zum Weiterlesen gekommen. Der skurrile Humor spricht mich einfach besonders an. Und, wie gesagt, immer ein Seitenhieb zum Nachdenken.
Lenchen66 yrsKlingt hochspannend. Da muss ich, nachdem ich nun die Reihe von Volker Kutscher um Gereon Rath und Charlotte Ritter zuende gelesen habe mal in der Bibliothek meines Vertrauens nach einem finnischen Autor suchen.
Das Ende der Reihe war überraschend, hat mir in seiner Offenheit aber extrem gut gefallen. Es lässt meiner Fantasie den Raum, die Geschichte weiterzudenken und mit dem heute zu verbinden.
T***b
Nun habe ich das kürzlich erschienene Buch „Die Erbin“ von Claire Winter abgeschlossen. Hierbei geht es um die engen Verstrickungen einer einflussreichen deutschen Industriellenfamilie mit dem Nazi-Regime.
Dieser Roman ist spannend und erschreckend. Man erfährt, wie sich Industriellenfamilien mit den Nazis gemein gemacht und deren Gräueltaten nicht nur toleriert, sondern auch aktiv mitgestaltet haben. Nur dank der Zwangsarbeiter konnten sie ihre Geschäfte weiterführen, wobei Kontakte zur Regierung äußerst hilfreich waren.
Die fiktive Familie Liefenstein steht für viele andere Industrie-Dynastien, die ihre Historie gerne im Dunkeln gelassen hätten. In der jungen Bundesrepublik aber präsentierte sich ein Teil von ihnen so, als wäre ihre Mittäterschaft eher ein Akt des Widerstandes gewesen.
K*******uWie dies in der jungen Bundesrepublik mit dem "rheinischen Kapitalismus" war hat auch Heinrich Böll in einigen Romanen die ich früher gerne gelesen habe sehr gut beschrieben.
Lenchen66 yrsDie neue Ausgabe von ZEITGeschichte hat den Titel Imperialismus.
Wenn ich die Beiträge lese, lerne ich viel über politische Ideengeschichte und wie Nationalismus und Rassismus die Grundlagen nicht nur für imperialistisches Denken bildet.
Viele auch heute übliche Denkmodelle auch im demokratischen Diskurs erkenne ich wieder und sie machen mir Angst.
Die Hefte sind fast immer lesenswert und lassen mich über eigene Haltungen nachdenken.
K*******uKann man sich so schlecht was darunter vorstellen, Lenchen, aber einen Auszug dürftest Du vermutlich auch nicht bringen, müsstest schon was mit eigenen Wort versuchen die Begriffe "mit Leben zu füllen".
Lenchen66 yrsIch bin mir sicher, dass ich den Zusammenhang zwischen Rassismus, Nationalismus, Kolonialismus und Imperialismus nicht im Einzelnen benennen muss, Die erschließen sich jedem politisch und geschichtlich interessiertem Menschen.
Das die Redaktion der ZEIT diese Worte mit Leben füllt zeigen die Themen:
Das Prinzip Macht
Von "Germania" zu Putins Propaganda: Szenen Imperialer Selbstdarstellung
Rückkehr eines Monsters
Was macht den Imperialismus aus? Beginnt eine neue Ära der Machtpolitik?
Glanz und Gewalt
Warum Großbritannien nach 1800 zur Weltmacht aufsteigt.
"Die Höhen der Würde und Brüderlichkeit"
Die Franzosen verklären ihren Eroberungsdrang als Dienst an der Menschheit
Der beste Deal aller Zeiten
Die USA steigen durch eine Reihe von Landkäufen zu einer Weltmacht auf
Gegenwelt zu Europa
Russlands Entfremdung vom Westen beginnt im 19, Jahrhundert
Weiter geht es mit den Themen Zollfreiheit/ Freihandel, die Aufteilung der Welt unter den Europäischen Mächten im 19. Jahrhundert, den Imperialismus Japans, "Lebensraum" im Osten, die Auswirkungen der ehemaligen Kolonien auf ihre Mutterländer auch nach der Dekolonisierung, der kalte Krieg im Licht des Imperialismus, der Traum eines neuen osmanischen Reiches und vieles mehr.
T***b
Ein Buch über das Altern mit dem Titel „Altern?“ Schon lange beobachtete ich den Langzeitstammplatz der Elke Heidenreich in den Bestsellerlisten. Sie war mir ja schon weit vorher mit manch intelligenter Buchkritik angenehm aufgefallen. Jeder weiß es doch selbst: „Alt werden wollen alle, aber niemand will alt sein.“
Trotzdem: Sich in meinem Alter mit einem Buch über das Altwerden zu beschäftigen, davor habe ich mich lange gedrückt. Das hätte ich lieber nicht machen sollen, denn selten habe ich ein so lebenskluges Buch gelesen.
Sie meint: „Im Alter trägt man die Konsequenzen für alles, was man getan hat. Aber mit ihm kommt auch die Gelassenheit und man begreift: Fast alles ist vollkommen unwichtig. Man sollte einfach atmen und dankbar sein.“
Lenchen66 yrsDas Buch "Middlesex" war sehr gut. Es erzählt die Familiengeschichte und das Leben eines intersexuellen Menschen, der eine Form der Interexualität hat, bei der ein nach Chromosomen als Mann heranwachsender kein eindeutig männliches Geschlechtsteil zeigt und so als Mädchen gelesen wird. Erst mit beginnender Pubertät treten Veränderungen ein, die so nicht erwartbar waren. Doch einer angleichenden Behandlung entzieht sich die Heranwachsende und erhält Unterstützung durch andere Außenseiter. Eine in sich schlüssige Erzählung über Inzest verwoben mit griechisch türkischer Geschichte und dem Umgang mit geschlechtlicher Identität und dem gesellschaftlichen Umgang damit.
Eine absolute Leseempfehlung für die, die auf leichte Art erahnen wollen, was in Menschen vorgeht, die sich nicht eindeutig mit den Erwartungen zu Geschlecht abfinden können und diesen nicht entsprechen.
K*******uIch glaube das würde mich auch reizen zu lesen, wenn ich denn bis Ende des Jahres wieder so weit bin, dass ich die Ruhe zum Lesen habe.
T***bNun, ich habe schon einige Bücher von Ferdinand von Schirach gelesen. Das neueste Buch mit dem Titel „Der stille Freund“ erzählt von Geschichten der Gesellschaft, vom Tod und von Verbrechen, von Musik, Film, Malerei und Philosophie. Sie spielen in Berlin, Kapstadt, Rom, Wien und an der Côte d´Azur.
Sie berichten von privaten Begegnungen, von historischen Ereignissen und von Persönlichkeiten wie dem Tennisspieler Gottfried von Cramm, dem Architekten Adolf Loos oder dem Wiener Schriftsteller, Schauspieler und Kulturphilosophen Egon Friedell.
Als Gast von Markus Lanz am 3. September aber gab es eine Premiere, als er sich im Fernsehen nicht auf die in deutschen Publikationsmedien übliche „Israelkritik“ bei Aussparung des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 einließ, sondern zur Überraschung des Moderators und seiner beiden übrigen Talkgäste folgendes verlauten ließ:
»Jemandem mit meinem Nachnamen steht in den nächsten fünfhundert Jahren nicht zu, irgendetwas dazu zu sagen«. Und er blieb dabei, obwohl Markus Lanz hartnäckig versuchte, dem Enkel des als Hauptkriegsverbrecher verurteilten NS-Reichsjugendführers Baldur von Schirach (1907-1974) etwas Kritisches zu Israel und dessen Krieg gegen die palästinensische Terrororganisation Hamas in Gaza zu entlocken.
Der ZDF-Talkmaster biss in seiner Sendung vom Mittwochabend auf Granit. Das lag nicht daran, dass Ferdinand von Schirach etwa aus familiärer Scham heraus geschwiegen hätte. Nein, er redete klar und deutlich, nahm Israel gegen die massiven Anwürfe aus Deutschland in Schutz und verwies dabei argumentativ nicht nur auf die jüngere deutsche Geschichte.
»Sie werden von mir kein Wort gegen Israel hören«, stellte von Schirach mehrfach klar.
Ob es denn richtig sei, dass Israel angeblich »eine ganze Bevölkerung kollektiv bestraft«, wollte Lanz von dem Rechtsanwalt und Schriftsteller wissen. Die Antwort: »Israel ist nach wie vor ein Rechtsstaat, und die Menschen in Israel demonstrieren gegen Netanjahu in großer Zahl. Und sie haben Belehrungen von Deutschen nicht nötig, wie sie mit Netanjahu umzugehen haben.«
Lenchen66 yrsAuf der Genossenschaftsversammlung der TAZ habe ich neues Lesefutter erworben, nach dem ich das Buch von "The Making of Another Major Motion Picture Masterpiece" nicht zuende gelesen habe. Es ist sein Debutroman. Er ist ein großer Schauspieler und Regisseur, aber sein erstes Buch überzeugte mich nicht.
Das Buch herausgegeben von Lea Streisand, Michael Bittner und Heiko Werning "Sind Antisemiten Anwesend?" war eine erhellende Lektüre für mich, wobei mir bei den rund achtzig Satiren, Essays, Gedichten und Karikaturen oft das Lachen im Halse stecken blieb.
Verstörend fand ich, dass Herr Feddersen,der TAZ Autor, in seiner Darstellung der Geschichte der Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest bis den unsäglichen Übergriffen gegen die Sängerin Eden Golan in Malmö meinte sagen zu müssen, dass er ja aus einer Familie komme, die sich im dritten Reich ganz sicher nichts hat zuschulden kommen lassen. Wie kann ein nach 1945 geborener Deutscher da sicher sein?
Als zweites Buch habe ich jetzt von Pascal Beucker die Gedanken zu "Pazifismus-Ein Irrweg?" vor der Nase. In diesem kleinen Band wird behandelt, was und wie vielfältig Pazifismus ist. Eine hilfreiche Lektüre, wenn wir uns über Frieden, Verteidigung, Waffen, Wehrdienstverweigerung und verwandte Themen ohne Schaum vor dem Mund und Verdammung anderer Meinungen als der eigenen auseinandersetzen wollen. Für mich ein Lehrstück in gelebter Demokratie.
T***bOststolz: Appell eines Nachwendekinds - von Alexander Prinz
Der Titel des Buches war schon ohne auch nur eine Zeile gelesen zu haben eine Herausforderung für mich. Mit dem Wort „Stolz“ hatte ich schon immer größte Probleme. Der von den Rechten populär gemachte Slogan „Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein“ ist für mich als Indiz für die Hinwendung zu deren Gedankenwelt besonders verwerflich.
Stolz darauf zu sein, in einem bestimmten Land geboren zu sein, lehne ich ab. Wenn schon das Adjektiv „stolz“ gebraucht wird, dann sollte es für selbst erbrachte Leistungen und nicht für einen nicht zu beeinflussenden Zufall verwandt werden.
So habe ich einige Probleme mit dem Buch. Nur ein Beispiel: Ostdeutsche möchten wegen ihrer persönlichen Biografie Verständnis für ihre bemitleidenswerte Situation einfordern. Die oft benutzten Argumente spielen auch in diesem Buch eine Rolle: Schulen, Geschäfte und Ärzte sind aus dem Dorfleben verschwunden.
In Westdeutschland sind in vielen Dörfern die Bedingungen ähnlich. Der AfD-Anteil (schlimm genug, dass es ihn überhaupt gibt) ist allerdings wesentlich geringer.
Positiv bei dem Buch: Dem bisher unbekannten Autor ist eine Gesellschaftsanalyse und ein leidenschaftliches Plädoyer für ein neues Selbstverständnis gelungen. Prinz ruft seine Nachwendegeneration auf: Verachtet nicht eure Ost-Biografie, bleibt hier und macht was draus, bevor es die Falschen tun.
T***b
Vielen Dank für diese Empfehlung, liebes Lenchen. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen gelesen und teile deine Einschätzung zu hundert Prozent.
Claudia Wenzel beschreibt ihr für mich unbekanntes und fremdes DDR-Leben auf eine Art und Weise, die fesselnd, sympathisch, glaubwürdig und (da fällt mir auch kein besseres Kompliment ein) zutiefst menschlich ist.
Als angehende Leistungssportlerin und als Schauspielerin (mit einem Westgastspiel in Ludwigshafen) hatte sie Privilegien, die sie von gewöhnlichen DDR-Menschen unterschied. Der erste Westbesuch mit den Augen einer an sich zuvor zufriedenen DDR-Bürgerin wurde von ihr besonders eindrucksvoll und realitätsnah beschrieben.
Ihre Unsicherheit, Angst und schließlich ihr Mut bei den Montagsdemonstrationen in Leipzig zeigen, aus welchem Holz diese Frau und ihre Begleiter geschnitzt waren. Diese Helden (bescheiden lehnt sie diesen Begriff für sich ab) der Geschichte müssen nun mitansehen, wie ihr Mut durch die Rechten in unserem Land erneut missbraucht wird. Auf der Suche nach den Gründen gibt es auch Parallelen aus der davor liegenden Geschichte in unserem Land.
Empfehlen möchte ich dazu deshalb Götz Alys letztes Werk „Wie konnte das geschehen“? Auf 768 Seiten beschäftigt sich der Historiker mit der Zeit von 1933 bis 1945. Solche umfangreichen Bücher lese ich selten am Stück, sondern eher kapitelweise mit Unterbrechungen wie jetzt mit der eingeschobenen Einheitsgeschichte von Claudia Wenzel.
Beide Bücher haben eines gemeinsam, nämlich die berechtigte Frage, warum in Deutschland Rechte so populär waren und jetzt wieder sind. Mich macht das echt traurig.
T***bSchon oft wurden mir Bücher von Joachim Meyerhoff empfohlen. Schade, dass ich es so lange ignoriert habe.
Das von ihm gelesene Hörbuch „Alle Toten fliegen hoch“ war kurzweilig, humorvoll und warmherzig. Ein Junge aus der norddeutschen Provinz erlebt zum ersten Mal Amerika.
Aber er landet nicht in New York, Washington oder San Francisco, sondern (er beschreibt sich in seinem Fragebogen als genügsamen, naturbegeisterten und streng religiösen Kleinstädter) Meyerhoff findet sich in Laramie, Wyoming wieder mit Blick auf die Prärie, Pferde und die Rocky Mountains.
K*******uIch bewundere, wie Du das schaffst, Lenchen, wo wir jeden Tag so eine schwierige politische Lage in den Meiden verfolgen müssen, dies auch noch mit solchen Büchern, die sicher gut und lesenswert sind, zu vertiefen. Nach den täglichen Nachrichtensendungen, Dokumentationen und Diskussionsrunden bin ich da einfach raus und könnte nichts mehr weiter darüber lesen.
Da es bald in Urlaub geht und dies auch wieder Lesezeit, die ich nach dem turbolenten letzten Jahr nicht so gehabt habe bedeutet, habe ich mir was an Unterhaltungsliteratur ausgesucht. Besonders freue ich mich auf den neuen Roman des österreichischen Thriller- Atoren Andreas Gruber, der längst nicht so hochgepuscht wird wie einige andere Schriftsteller in diesem Bereich, aber dessen Romane ich auch wegen ihrer menschlichen Art mehr schätze als einige heutige Erfolgsautoren.
Der neue Thriller von Gruber heißt "Herzfluch", diesmal scheint nicht der aus den Niederlanden stammende, homosexuelle BKA - Spezialist Maarten S. Sneijder im Vordergrund des Thrillers zu stehen, sondern die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink, welche seinen Lesern auch schon als eine seiner Romanfiguren bekannt ist.
Entschuldigt wenn ich hier einen Roman vorstelle, den ich noch lesen will und eben noch nicht kenne, aber ich habe das letzte halbe Jahr nichts gelesen, möchte hier jedoch Etwas als Gegengewicht zu den "schweren Sachen" die uns Lenchen vorsetzt heute auch mal mit anbieten und bin mir sicher das Gruber gut geschrieben hat und der Roman lesenswert ist.
Lenchen66 yrsJetzt muss ich mich wohl dafür entschuldigen, dass ich neben den Krimis, die ich ja auch lese auch mal ein politisches Buch lese...
Ich verzichte bewusst auf politische Talkshows, in denen meist zugespitzte Positionen skandalisiert oder popularisiert werden und beschränke mich auf Nachrichtensendungen bis hin zu Sondersendugen, die eher dokumentarischen Charakter haben. Das hilft, den Kopf freizuhalten für differenzierte Darstellungen mit wechselnden Standpunkten.
Was ich noch genieße sind satirische Sendungen politisch links von Dieter Nuhr oder Lisa Eckhart...
T***b
Trifft sich ja gut, Lenchen! Ich habe das Buch von Natalie Amiri schon beendet. Ja, sie geht anfangs auf den 7. Oktober ein, spart dann aber nicht mit (berechtigter) Kritik an Israel. Die jüngsten Vorkommnisse im Iran konnte sie noch nicht behandeln, da das Buch schon vorher erschienen war.
Ansonsten bemüht sie sich, Vorgänge in erster Linie zu beschreiben und nicht zu verurteilen. Das Buch hat den richtigen Titel, denn der Nahostkonflikt ist so komplex, dass einfache Antworten unmöglich sind.
Das zweite von mir gelesene Buch beschäftigt sich mit dem bekanntesten deutschen Tennisspieler. In „Boris Becker Inside“ beschreibt Becker die Überlebenstechniken bei seinem Gefängnisaufenthalt in England. Die erlernte Philosophie des Stoizismus half ihm dabei.
Leider fällt es mir nach wie vor sehr schwer, Sympathien für Becker zu entwickeln, was aber nichts mit seiner Verurteilung zu tun hat.
Denn es fing schon in seiner aktiven Zeit an. Sein ständiges Genörgel bei Schiedsrichterentscheidungen fand ich überflüssig. Privatleben sollte Privatleben bleiben, aber Becker gab das Geld für seinen Lebensstil und verflossene Beziehungen uferlos aus. Schließlich hatte er Wimbledon nicht dreißigmal, sondern nur dreimal gewonnen.
Becker geht als der wohl erfolgreichste deutsche Tennisspieler in die Geschichte ein. Gemessen am Charakter eines Gottfried von Cramm bleibt er allerdings in meinen Augen nur ein Leichtgewicht.
K*******uIch habe die Talkshows ja nur als Eins von vielen Beispielen genannt, Lenchen, es gibt sicher negative Beispiele für solche Sendungen aber auch Gute. Die Sendung von Caren Miosga gestern abend mit Martin Schulz und Wolfgang Ischinger war z.B. wirklich sehenswert und hilfreich, die gegenwärtige Situation der europäishen Außenpolitik einzuordnen.
Ich finde nicht das die Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen allgemein so zu bewerten sind wie Du es siehst. Das solche Sendungen nicht immer so gelungen sind halte ich für normal, weder Gäste noch Gastgeber sind immer in Hochform und es werden auch Fehler bei der Themenstellung und Auswahl der Gäste mitunter gemacht.
Was das Entshuldigen betrifft, Lenchen, ich hoffe das ich mich nicht dafür entschuldigen muss, dass ich lieber mal einen gut geschriebenen Thriller lese,als mich mit Sachbüchern zu schwierigen Themen zu beschäftigen. Ich glaube nicht das ich bei der Auswahl die ich treffe für meine Information so schlecht liege.
Created19/01/2026edited twice Lenchen66 yrsNur mal zur Erinnerung. Ich lese nicht nur politische Sachbücher. Es waren die ersten zwei, die ich hier eingebracht habe.
Ich bin ein politischer Mensch, aber auch ein kreativer, ein kulturell Interessierter, ein sozial interessierter, ein manchmal depressiver, ein manchmal bissiger, ein manchmal sentimentaler, Krimiliebhaberin, historisch interessierte...
Ich mag es nicht immer nur als die "Anstrengende" gesehen zu werden oder auf einen Aspekt reduziert zu werden.
Es gibt mir das Gefühl, dass ich das, was mich beschäftigt nur gefiltert und diplomatisch bis zur Unkenntlichkeit sagen darf.
Genau das möchte ich nicht und verhindert jede kritische Diskussion.
Ich bin offen für sachliche Kritik, aber nicht für vergiftete Komplimente wie "Ich bewundere, wie Du das schaffst, Lenchen, wo wir jeden Tag so eine schwierige politische Lage in den Meiden verfolgen müssen, dies auch noch mit solchen Büchern, die sicher gut und lesenswert sind, zu vertiefen.".
Ich bin dann in dem Zitat wohl die empathielose und zynische Leserin, die das Leid in aller Welt sowohl bei Juden, im Gazastreifen und im Westjordanland, bei den Opfern von ICE in Amerika oder auch in Ruanda nicht "fühlt", weil es ihr ja nicht reicht, es in den Nachrichten zu hören...
K*******uDa hab ich wohl mal wieder nicht so gut formuliert, Lenchen, wenn Du das als "vergiftetes Kompliment" verstanden hast. Ich hätte es wohl von meiner Seite her deutlich machen sollen, warum mein Interesse an Sachbüchern in den letzten Jahren stark nachgelassen hat, was vielleicht auch schade ist.
Ich habe aber den Eindruck, dasss die Informationflut zu politischen und gesellschaftlichen Themen nur noch zu bewältigen ist, wenn man selektiert was man davon schaffen kann und will, vielleicht auch etwas aus Bequemlichkeit sind da die Sachbücher bei mir rausgefallen.
Dies ist meine ehrliche Antwort zu dem Vorwurf "vergiftetes Kompliment, ich denke es müsste so auch deutlich werden, dass was ich mit "Bewunderung" gemeint habe ganz und gar nicht ironisch gemeint war, ich hätte auch "Respekt" schreiben können was genau so deutlich macht was ich gemeint habe.
Created20/01/2026edited twice Lenchen66 yrsDanke für die Klarstellung. Ja, wir müssen gut überlegen, was wir an uns heran lassen. Darum lese ich eher, und die TAZ ja jetzt auch elektronisch, als das ich oft zugespitzte Diskussionen/ Talkshows anschaue.
So muss wohl jede*r heraus finden, was für sie/ ihn am besten ist.
K*******uDen neuen Thriller von Andreas Gruber mit dem Titel "Herzfluch", den ich hier schon erwähnt hatte, habe ich nun im Urlaub gelesen und es war wieder ein sehr gut geschriebener, gelungener Kriminalroman von diesem Autor, den ich hier gerne empfehlen möchte. Die Hauptpersonen in dieser Geschichte kommen am Ende in einer gefährlichen Situation auf einer kleinen, griechischen Privatinsel die sehr spannend geschildert wird und wo man das Buch kaum weglegen mag.
T*********mEs ist ja schon unheimlich was jeden Monat an neuen Büchern erscheint. Und sehr viel, nicht nur Loreromane landen dann ganz schnell auf dem Wühltisch.
Zeitungen, die bundesweit bedeutenden sind oftmals einei nteressante Alternative.
K*******uIch mag nicht nur gute Journalisten sondern auch gute Geschichtenerzähler. Ich sehe einen Thriller als ein modernes Märchen und Märchen die was taugen enthalten ja auch immer ein Stückchen Wahrheit, manche sogar eine ganze Menge. Ich könnte nicht nur Zeitungen lesen, da würde mich die Realität erdrücken, die ich eher in einem spannenden "Märchen" verpackt ertragen kann.
Lenchen66 yrsJa, ich finde auch, dass jedes Buch auch die Gesellschaft in der es entsteht spiegelt und uns so in verschiedene Köpfe und Wertesysteme reisen lässt.
Auch so lernen wir andere Gesellschaften kennen.
T***bDie Empfehlung von Unterhaltungsmedien mit dem Hinweis „Sehr humorvoll“ ist ein zweischneidiges Schwert. Schließlich verstehen Menschen zu oft etwas grundsätzlich verschiedenes darunter.
Bücher von Joachim Meyerhoff haben jedenfalls meine Vorstellung, etwas lustig zu finden, getroffen. Einsteiger sollten mit seinem populärsten Buch „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ starten. Wer absolut nicht lesen möchte, der sollte sich den aktuellen Film mit dem gleichen Titel vornehmen. Es tut sehr gut, in diesen düsteren Zeiten mal abzuspannen und auf andere Gedanken zu kommen.
K*******uIch weiß da ehrlich gesagt nicht worauf Du hinaus willst, arden. Ich finde hier gar nichts in dem Thread zum Begriff "humorvoll", oder übersehe ich da etwas ? Davon abgesehen, es geht hier ja um das Lesen und nicht um Medien allgemein und etwas Humor kann man doch überall vertragen wenn es nicht ins Geschmacklose geht, was Du ja, auch im Hinblick auf unsere wirklich "düsteren Zeiten" genau so siehst !
T***bBei der Vorstellung des Buches ging es mir darum, darauf hinzuweisen, dass ich es als humorvoll empfunden habe. Mit „zweischneidigem Schwert“ habe ich anschließend zu erklären versucht, dass der Humor von Mensch zu Mensch verschieden sein kann. Als Beispiel zur Erklärung füge ich an, dass es Leute gibt, die von Dieter Nuhrs Humor begeistert sind, aber Dieter Hildebrandts Humor nicht mögen.
Der Ausdruck „Unterhaltungsmedien“ wurde von mir als Sammelbegriff für sämtliche Medien verwandt, die zur Unterhaltung beitragen. Dazu gehören neben Filmen und Musik auch Bücher.
Ich schlage dir vor, das Buch zu lesen, das Hörbuch zu hören oder den Film zu sehen. Dann wäre es gut, dich zu melden und wir könnten gemeinsam feststellen, ob wir den gleichen Humor haben oder eben nicht.
K*******uIch vermute mal Du meinst das Buch bzw. die Reihe von Meyerhoff, arden. Ich hab gerade mal eine Leseprobe gegoogelt und einige Seiten gelesen. Ja, es ist humorvoll und ein ähniiches Erlebnis mit einer Rutsche, wie es beschrieben wird, hatte ich auch schon, allerdings nicht mit einer Lederhose wie dort so schön geschildert wird . Aber ehrlich gesagt, ich glaube ich möchte das ganze Buch nicht lesen. Nicht weil ich den Humor nicht mag, sondern weil es mir zu Nahe am eigenen Erleben oder auch dem Alltäglichen ist, was mir oft lustig genug war und auch oft noch ist, lesen möchte ich lieber was "nicht Alltägliches", daher wohl meine Vorliebe für "die modernen Märchen".
T***b
Deine Leseprobe hat nichts mit dem von mir empfohlenen Buch „Ach, diese Lücke, die entsetzliche Lücke“ zu tun. Kurz gesagt, es geht um die Erlebnisse eines Schauspielschülers, der bei seinen Großeltern im Zuge seiner Ausbildung in München wohnt.
Seit Januar läuft (mit Senta Berger als Oma, ihr Sohn Simon Verhoeven ist der Regisseur) der Film mit großem Erfolg in den Kinos. Für meine Begriffe gehört das alles auch in unsere Kategorie „Was lest ihr so“? Denn bei mir war die Reihenfolge: Erst das Buch, dann der Film.
Ich möchte dir keineswegs etwas aufschwatzen, aber nahe an deinem eigenen Erleben wird die Geschichte wahrscheinlich nicht sein. Doch mit etwas Fantasie geht sie schon in Richtung „modernes Märchen“.
K*******uDas Buch werde ich mir auf alle Fälle besorgen, Lenchen !
T***bHeute, am 5. Juni, wird Rüdiger von Fritsch in der MDR-Talkshow „Riverboot“ zu Gast sein. Er hat viele sehr interessante Bücher geschrieben. Im Rahmen der Sendung wird er dort hoffentlich sein neuestes Buch „Die Geschichte in mir“ vorstellen. Mir hat dieses Buch jedenfalls sehr gefallen.
Rüdiger von Fritsch blickt auf eine lange Karriere als Diplomat im Auswärtigen Amt zurück. In den 80er-Jahren war er in der deutschen Botschaft in Warschau dafür zuständig, den Kontakt zur illegalen demokratischen Opposition zu halten. In den 90ern bereitete er die EU-Osterweiterung mit vor. Er war Botschafter in Warschau und in Moskau. Seine Einblicke in die russische Gesellschaft und den Neo-Imperialismus Putins hat er in Büchern geschildert, die zu Bestsellern wurden.
Sein neues Buch erzählt die Geschichte seiner Familie: von der Großmutter, die noch den russischen Zarenhof kennenlernte, bis zu den gefallenen Brüdern seiner Eltern. Von Großonkel Werner von Fritsch bis zu seinem Vater Thomas, der bis zu seinem Tod im Bann des Nationalsozialismus stand. Rüdiger von Fritsch sollte das sein Leben lang beschäftigen. Die »Geschichte in mir« ist ein eindringliches und bewegendes Zeugnis, wie wichtig es ist, über Verlust und Entwurzelung, über Schuld und Verstrickung auch in der eigenen Familie zu sprechen.
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