Lenchen66 yrsIch war gestern auf Einladung eines Freundes in dem Musical "Romeo und Julia" im Theater des Westens.
Was, denke ich, viele nicht wissen ist das hinter diesem Projekt die führenden Köpfe hinter "Rosenstolz" stehen, Peter Plate und Ulf Leo Sommer. Als Fan der ersten Stunde von dieser Gruppe, dem Duo aus Peter Plate und AnNa R., waren meine Erwartungen schon hoch.
Doch selbst diese Erwartungen wurden noch weit übertroffen.
Dieser historische Stoff von Shakespear wurde zeitlos und doch mit klaren Bezügen zur Gegenwart, aber auch mit klarer Haltung inszeniert.
Ich bin sonst kein großer Musicalfan, kenne aber auch nur Werke von Andrew Lloyd Webber.
"Romeo und Julia" hat für mich und auch meinen Freund deutlich mehr Substanz.
Aber der Abend hat mich an frühere Erlebnisse erinnert wie die Besuche beim "Leeds Theater Workshop", der in Siegen in einem Zimmertheater Gastspiele gegeben hat oder auch Konzerte von Roger Whitacker oder Smokey in der Siegerlandhalle.
Oder Aufführungen des Amateurtheaters Osnabrück, an denen ich mitgewirkt habe wie "Der Balkon" von Jean Genet.
Ihr seht, schon bei mir gibt es da viele Einflüsse.
Ich bin gespannt, was Euch so bewegt hat über die Jahre oder auch erst vor kurzem.
K*******uIch war lange nicht in eine Theateraufführung gekommen, auch weil unsere Spielstätte hier in Emden umgebaut und erst Anfang letzten Jahres als Feststpielhaus wieder eröffnet wurde.
Eine der ersten Aufführungen war "Spatz und Engel" in einer Tournee- Inszenierung aus Frankfurt. Zwei großartige Sängerinnen und hervorragende, passende live - Musikbegleitung ließen mich einen wunderbaren Abend erleben. Ich stelle hier mal einige kurze Ausschnitte die es davon auf youtube gibt ein.
https://www.youtube.com/watch?v=p9S0wyEHbxQ
Created01/05/2025edited once K*******uHabe bei der Suche vorhin auch gesehen, das es eine Berliner Inszenierung vom Renaissance Theater gab, aber ein paar Jahre her, keine Ahnung ob es noch aktuell ist und auch wieder mal gespielt wird.
E*******eHallo LEnchen, vielen Dank für den Tipp. Shade, dass es nur stationär in Berlin gespielt wird. Aber vielleicht komme ich doch mal dahin. Kennst Du auch "Die Amme"? Das ist wohl ein Spin off zu "Romeo und Julia".
T*****eIm September wird im Renaissance-Theater wieder "Spatz & Engel" aufgeführt
https://www.youtube.com/watch?v=lRZSO-bLx5U
Das Renaissance Theater existiert noch im Original Art Deco Stil
Created01/05/2025edited once Lenchen66 yrsDanke für den Tip, Candide.
Ja, wir planen in "Die Amme" zu gehen. Die wurde hier im RBB heftig beworben und scheint klasse zu sein.
T***bMusik sollte Freude machen. Egal, ob man E- oder U-Musik hören möchte. Wer gerne Schlager hört, sollte das mit dem gleichen Selbstbewusstsein tun wie der Opernfreund. Es gibt Leute, die einen umfassenden Musikgeschmack haben und gerne Opern, Klassik, Musicals, Chansons, Jazz, Beat, Liedermacher und Schlager hören. Die Künstler dieser Musikrichtungen haben eines gemeinsam: Sie sind alle kommerzialisiert, denn sie wollen und müssen von dieser Musik leben.
Lenchen66 yrsIch danke euch für die Auseinandersetzung.
Ich habe für mich ja auch schon im Anfangstext die Grenzen bewusst offen gehalten. Roger Whitaker und Smokey zählen ja auch zur Popkultur als zur Hochkultur.
Aber auch die "Brandenburgischen Konzerte" waren zuznächst Unterhaltungskunst, also in ihrer Zeit Popkultur.
Was ist mit dem Walzerkönig Johann Strauss? Der Tanz galt als ekstatisch und die Sexualität fördernd und war verpönt wier später der Jive.
Also Grenzen sind in meinen augen nur da, wo wir sie (uns) setzen.
Lenchen66 yrsGestern war ich mit einem Freund bei einem Konzert der jährlichen Musikfestival "Crescendo" der Berfliner Universität der Künste. Die Aufführungen sind kostenlos, nur um Spende wird gebeten.
Gestern gaben die Studierenden und ihre Hochschullehrer die Stücke
von Georg Friedrich Händel: Concerto grosso op. 3 Nr. 4 HWV 315, und »My song shall be alway« HWV 252, von Henry Purcell: Chacony g-Moll Z. 730,
von Fulvio Caldini: Christe Eleison op. 59c,
von JohannGottlieb Janitsch: Quartett,
von Felix Mendelssohn Bartholdy: Am Himmelfahrtstage,
von Charles Villiers Stanford: Coelos Ascendit Hodie und
von Heinrich Schütz: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes.
Ganz abgesehen davon, dass ich einige Komponisten nicht kannte und die Musik aus vier Jahrhunderten stammt war der Ort auch beeindruckend. Die meisten von euch werden das blaue Licht in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche kennen. Dieser nicht als Konzertsaal gebaute Raum brachte ohne Mikrofone und Lautsprecher die Instrumente besonders zur Geltung und die Stimmen der Solisten an ihre Grenzen.
Meinem Freund konnte ich hinterher die Terrasse der Bar des Motel One zeigen mit herrlichen Blick auf die eben verlassene Kirche.
Created30/05/2025edited once Lenchen66 yrsEin kultureller Höhepunkt muss ja nicht am Abend sein. Mit einem Freund bin ich Samstag vor der Tageshitze in das Museum für zeitgenössische Kunst im Hamburger Bahnhof geflohen. Ich war wirklich beeindruckt von der Vielfalt und der Verständlichkeit der internationalen Kunst.
Seit den Zeiten meines (nicht abgeschlossenen) Studiums der Kunstgeschicht hat sich gerade in Hinsicht der Verständlichkeit viel geändert. Damals herrschte die Kunstdoktrin Gegenständlichkeit und Lesbarkeit sei faschistisch...
Lenchen66 yrsGestern Abend war ich bei einem seit 2019 jährlich stattfindenden Höhepunkt. Die damaligen Queerbeaftragten der Berliner Polizei veranstalten jedes Jahr die Gala Gemeinsam Bunt.
Das ist eine bunte Gala mit dem Polizeiorchester Brandenburg, unterstützt vom Berliner und Brandenburger Polizeipräsidenten und vielen Künstlern aus der queeren Welt und dem Showleben. Seit zwei Jahren findet es im Theater des Westens geleitet von Peter Plate und Ulf Leo Sommer, den Köpfen hinter Rosenstolz.
Es wurden hier kritische Worte auch zu dem Verhältnis der jetztigen Bundesregierung zur Verteidigung der Menschenrechte aller Bürger, auch der queeren und damit der Demokratie gefunden.
Bei all den mahnenden Worten ist es aber jedesmal ein großes gemeinsames Fest von Polizist*Innen, Kulturschaffenden und queeren Aktiven, wobei viele hier in mehrere dieser Kategorien fielen...
Eben Gemeinsam Bunt...
K*******uIst da wirklich der einfache Polizist vertreten der uns beim CSD schützt, Lenchen ? Wie kommt man da an eine Eintrittskarte und sind Diese im freien Verkauf und zu welchem Preis erhältlich ? Ich frage das nicht um es schlecht zu reden oder Kritik üben zu wollen, ich finde diese Information ist nötig um eine solche Veranstaltung verstehen zu können. Das Gute an den CSDs ist ja, dass es nichts Abgehobenes ist, sondern wirklich Jeder mitmachen kann, eine Veranstaltung in einem feinen Theater ist etwas Anderes, aber es sollen bei einem solchen Motto ja sicher auch alle gesellschaftlichen und sozialen Schichten angesprochen werden.
Created15/07/2025edited 6 times Lenchen66 yrsEs ist die ganze Polizei vom einfachen Polizisten bism in die Spitze da. Karten gibt es im freien Verkauf von ungefähr vierzig Euro an. Hier in Berlin wird die Polizei auch immer wieder geschult und ist wirklich sehr vielfältig aufgestellt.
Bis alle Probleme gelöst werden mit jedem Mitarbeitenden wird es sicher noch dauern, aber verglichen mit der Welt, die ich ja als Kind einer Familie mit fünf Polizeibeamten (Vater und Onkel) kennen gelernt habe ist es wirklich eine ganz andere.
K*******uOh, ich dachte schon das es nur für geladene Gäste wäre. Aber die Preise sind heute für Theater und Konzerte ja allgemein schon so hoch gegangen, dass sich Viele es gar nicht mehr leisten können am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Das ist gerade bei so Etwas schade, aber vielleicht denkt man ja auch daran und es wird ein Anteil an Freikarten verschenk, als Polizeipräsident würde ich die an junge Polizisten geben die sich so wie Du es beschreibst verdient gemacht haben.
Lenchen66 yrsJedes Jahr etwas ganz besonderes für mich ist der CSD auf der Spree, den die Berliner bei der Canal Pride in Amsterdam abgeschaut haben.
Dazu muss ich sagen, dass Berlin in sumpfigen Gebiet mit vielen Flüssen und Kanälen und eiszeitlichen Seen gebaut ist. So sind hervorragende Voraussetzungen gegeben, die Stadt vom Wasser aus zu entdecken und nebenbei den Menschen auf den vielen Brücken mit "Puscheln" wie von den Cheerleadern entgegen zu winken.
Das ganze auf einem kleinen historischen Dampfschiff ist schon ein großer Spaß.
Lenchen66 yrsGestern Abend habe ich mit einem lieben Freund das Musical "Die Amme" angeschaut.
https://www.youtube.com/watch?v=W1jz7l7FslI
Peter Plate und Ulf Leo Sommer, bekannt durch Rosenstolz, haben das Theater des Westens mit vielen Musicals zu neuer Blüte geführt und mit Steffi Irmen eine große Stimme entdeckt.
Übrigens planen sie für März ein neues Musical unter dem Titel "Wir sind am Leben". Das wird schon wieder teuer...
https://www.youtube.com/watch?v=8ASPaW5OFrI&list=RD8ASPaW5OFrI&start_radio=1
Lenchen66 yrsDas Ereignis gestern passt nicht so ganz ins Thema. Einen ganzen Tag mit anregenden Diskussionen, gutem veganen Essen und viel Kultur bringt jedes Jahr die TAZ Genossenschaftsversammlung.
Es ist spannend zu beobachten, wie die TAZ sich von einer Zeitung auf Papier in eine Zeitung im Netz verwandelt, ohne zum "Influencer" mit einer hermetischen "Bubble" zu werden,
Es ist spannend Diskussionen in der Gesellschaft mal nicht rein neoliberal beurteilt zu sehen.
Es ist spannend viele engagierte aber nicht immer einstimmig argumentierende Menschen zu erleben, die Widersprüche aushalten und trotzdem bei Swingmusik mit den "Jazz Darlings" den Tag gemeinsam ausklingen lassen.
Lenchen66 yrsVorgestern habe ich es endlich Mal wieder geschafft und mir selbst einen kulturellen Genuss gegönnt.
Angeregt durch den Besuch von Jocelyn B. Smith in der RBB Abendschau und dem Hinweis auf Ihr Konzert im Berliner Dom anlässlich ihres vierzigsten Jahrestages in Berlin habe ich mir sofort eine Karte besorgt.
Es war ein Genuss für Auge und Ohren sie mit ihrer Partnerin Holly Schlott, geborene Volker Schlott ( Sie geht offen damit um, von daher darf ich es hier sagen ) und einem Gitarristen zu sehen und zu hören.
Gleichzeitig war es eine Reise in die Vergangenheit, da ich Sie vor mehr als dreißig Jahren in Münster, damals mit ihrer Band "The Married Men" kennen gelernt habe und das Konzert zu ihrem dreißigsten Jubiläum in Deutschland mit meinem damaligen Mann gesehen habe.
Das Plakat, dass er damals für mich geholt hat und unterschreiben lassen hat, war das einzige, was ich von seiner Tochter nach unserer dramatischen Trennung und einem vorsichtigen Annähern nach seiner Selbsttötung erbeten habe. Liebe stirbt wohl nie so ganz, es sei denn sie war Selbstbetrug schlägt in Verachtung um...