W*****eIch habe als Ausländer eine Frage. Was ist Ihrer Meinung nach so spezifisch an deutscher Pornografie? Was, abgesehen von der Sprache, macht sie so unverwechselbar?
Als Spanier muss ich zugeben, dass ich japanische Pornografie weitaus besser finde. Sie schaffen es, sie raffiniert und unglaublich elegant zu gestalten, ohne dabei an Erotik einzubüßen. Daher sind die Japaner die unbestrittenen Champions. Spanische Pornografie hingegen erscheint mir am abstoßendsten und unangenehmsten. Nicht aufgrund kultureller Unterschiede, sondern weil so wenige Menschen daran beteiligt sind, dass es kein Casting gibt. Folglich wird einfach der erstbeste Kandidat geschnappt und ausgezogen. Dabei spielt es keine Rolle, ob er ein besonders hässliches Aussehen hat oder einen Mikropenis.
Schon bei meiner ersten Begegnung mit deutscher Pornografie – in alten heterosexuellen Magazinen aus den Siebzigern, die mein Vater las und an einem von mir entdeckten Versteck aufbewahrte – wurde mir klar, dass sie eine ganz eigene Persönlichkeit hatte. Anders als die anderen Magazine, die mein Vater ebenfalls versteckt hielt, schwedische oder italienische.
Mein Fazit war, dass deutsche Pornos direkter, bodenständiger, mit mehr Achselhaar und Körperbehaarung und einem industrielleren Tempo waren. Keine gezwungenen Witze, kein Herumgerede. Alle kamen sofort zur Sache, ohne romantische Vorwände. Es ging darum, schnell die Hosen aufzureißen oder die Frauen die Höschen auszuziehen und mit der Wucht eines Presslufthammers zur Sache zu kommen. Man konnte fast die Schlager im Hintergrund hören, obwohl die Magazine stumm waren.
Aber ich mag deutsche Pornos wegen ihrer Aufrichtigkeit und ihres Kontrasts zu den professionelleren amerikanischen Pornos jener Zeit, wo die Darsteller meist haarlos waren, ein standardisiertes Aussehen hatten und die Frauen Namen wie Kimberly, Tiffany oder Amber trugen.
W*****eBei Amateurpornos, zumindest wenn Musik läuft, liegt das meist daran, dass die Sexarbeiterinnen das Radio angelassen haben. Aber in professionellen und semiprofessionellen Pornos, egal welcher Nationalität, läuft fast immer schreckliche Musik. Dabei will man doch nur das Stöhnen, das Reiben der Körper und das Klatschen der Hoden hören, wenn der Penis ganz eindringt.