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Siegfried Steiger engagierte sich über Jahrzehnte für die Modernisierung des Rettungsdienstes – nachdem sein kleiner Sohn nach einem Unfall gestorben war, weil der Krankenwagen so lange brauchte.
Der Gründer der Björn-Steiger-Stiftung, Siegfried Steiger, ist am Donnerstagabend in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) gestorben. Das teilte seine Stiftung am Freitag mit. Zuvor hatte der SWR berichtet.
Die Steiger-Stiftung hat einen wesentlichen Anteil am Aufbau des modernen Rettungsdienstes in Deutschland beigetragen – darunter auch die Inbetriebnahme der einheitlichen Notrufnummern 110 und 112.
Siegfried Steiger wurde 92 Jahre alt, zwei Wochen zuvor war bereits Ehefrau Ute Steiger im Alter von 88 Jahren gestorben. Die Björn-Steiger-Stiftung ist nach dem Sohn der beiden benannt, der 1969 in Winnenden mit acht Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen war.
Es war ein vermeidbarer Tod: Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Der Junge starb auf dem Weg in die Klinik nicht an schweren Verletzungen, sondern an einem Schock.
Die Steigers aus Winnenden bei Stuttgart trug auch zur Installation von Notrufsäulen bei
Steiger wuchs wie seine Frau in der damaligen DDR auf. Nachdem beide in den 50er Jahren in die Bundesrepublik geflohen waren, ließen sie sich in Winnenden bei Stuttgart nieder und führten dort ein Architekturbüro. Sie bekamen drei Kinder.
Neben der Einrichtung der bundesweiten Notrufnummern erreichte das Ehepaar Steiger unter anderem die Installation von Notrufsäulen am Straßenrand, die Einrichtung des 24-Stunden-Notarztsystems, trugen außerdem zum BOS-Sprechfunkstandard im Rettungsdienst bei und zur Luftrettung mit Gründung und Finanzierung der ersten zivilen Luftrettungsorganisation.