WDR-Sportjournalist Ernst Huberty ist tot

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Ernst Huberty, erster Moderator der „Sportschau“ ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Seit 1961 war er für 21 Jahre das Gesicht des Sportjournalismus in der ARD. Legendär war seine Kommentierung im WM Halbfinale 1970 zwischen Deutschland und Italien.

Wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mitteilte, ist der Fernseh-Journalist und Fußball-Kommentator am Montag im Alter von 96 Jahren gestorben.

„Wir nehmen traurig Abschied von Ernst Huberty. Als „Mr. Sportschau“, wie ihn das Publikum liebevoll nannte, hat er als erster Moderator diese Sendung entscheidend geprägt: wohltuend unaufgeregt und mit großer Seriosität. Ernst Huberty bleibt uns allen nicht nur als Moderator der „Sportschau“, sondern auch als Sportreporter-Legende ewig in Erinnerung“, erklärte WDR-Intendant Tom Buhrow.

Ernst Huberty moderierte am 4. Juni 1961 in der ARD die erste „Sportschau“ und war 21 Jahre lang bis 1982 deren Gesicht. Im Gedächtnis vieler Fernsehzuschauer blieb er zudem durch seine Kommentierungen.

Seine berühmtesten Reporterworte sind bezeichnenderweise „Ausgerechnet Schnellinger“. Das war 1970, als Karl-Heinz Schnellinger im WM-Halbfinale gegen Italien in der 90. Minute den Ausgleichstreffer erzielte – ausgerechnet er, der seit Jahren in Italien spielte. Huberty schrie das nicht heraus. Er sagte es einfach.

Dann kam 1982 der tiefe Fall: Wegen einer Spesenaffäre wurde Huberty als WDR-Sportchef abgesetzt und ins Dritte Programm verbannt. Andere hätte das verbittert, ihn nicht. Zehn Jahre später sagte er rückblickend: „Unterm Strich ist übrig geblieben, dass ich in meinem Leben viel gelernt habe und dass ich mich völlig umstellen musste, eine ganz andere Arbeit leisten (musste) in diesem Hause, und die hat mir sehr gutgetan, die war für mein ganzes Leben ungeheuer wichtig.“ Bis zum 87. Lebensjahr bildete er noch Moderatoren aus.

Ob er Angst vor dem Tod habe, wurde Huberty 2017 in dem WDR-Film vom heutigen „Sportschau“-Chef Steffen Simon gefragt. „Eigentlich nicht“, war die lakonische Antwort. Vielleicht werde er dank der modernen Medizin noch etwas länger leben. „Werden wir sehen.“ Um sich dann zu korrigieren: „Ich nicht. Du wirst es sehen.“



former member
96 ein stolzes Alter, er soll in Frieden ruhen.
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