Wieviel darf ein Schnitzelgericht kosten? Neue Umfrage

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12 answers in this topic
P******e
P******e
Nach Preis-Debatte

Tim Mälzer rechnet vor, was ein Schnitzel kosten muss

Ein Schnitzel für 25 Euro, eine Currywurst für 34 Euro: Was darf Essen im Restaurant kosten?
Tim Mälzer erklärt im Detail, wie sich Preise zusammensetzen.

Das Schnitzel auf Sylt kostet 25 Euro, die Currywurst auf Norderney sogar 34 Euro: Die Diskussion, was Speisen im Restaurant kosten dürfen, reißt nicht ab. Auch einer der bekanntesten Köche in Deutschland hat sich zu Wort gemeldet. Tim Mälzer rechnete dem Magazin "Stern" vor, was er in seinem Hamburger Restaurant für ein Schnitzel verlangen muss, um kostendeckend zu arbeiten.

"Niemand kann dir ein Essen für unter 10 Euro hinstellen. Das ist Quatsch!", kritisiert Mälzer zu billige Preise in der Gastronomie. Er rechnet detailliert vor, welche Kosten bei ihm in der "Bullerei" anfallen. Zunächst kommen die Kosten für Heizung, Beleuchtung und Kühlung pro Gast: 4,80 Euro würden fällig. Und die "haben wir schon mal vorgestreckt, bevor du dich überhaupt hingesetzt hast", so Mälzer weiter.

Das kostet ein Schnitzel

Für ein Schnitzel, das Mälzer im Restaurant für 24 Euro verkauft, würden allein fürs Personal knapp ein Drittel des Verkaufspreises fällig werden, also 7,20 Euro. Dazu kommt das Fleisch mit rund 4,50 Euro, wenn man einen Preis von rund 30 Euro pro Kilogramm Kalbsoberschale annimmt und 150 Gramm für ein Schnitzel.

Und Mälzer rechnet weiter: "Butterschmalz, Panade, Kartoffel-Gurken-Salat als Beilage", alles zusammen legt er mit 7,20 Euro fest. Dazu kommen die versteckten Kosten, wie Gema-Gebühren für Hintergrundmusik und Abwasserkosten. Rund zehn Prozent vom Schnitzel-Menü setzt er an: 2,40 Euro.

Unterm Strich würde ihn das Schnitzel erst mal 21,20 Euro kosten, der Gewinn läge bei 2,40 Euro. "Das ist gar kein Geschäft, das ist Blödsinn!", urteilt Mälzer.

Im Netz kam es nämlich zu einer Debatte über ein Schnitzel, das auf der Insel Sylt für 25 Euro verkauft wird. Zu teuer oder noch angemessen – da gingen die Meinungen auseinander. Auch der TV-Koch Nelson Müller musste sich Kritik anhören, weil er auf der Nordseeinsel Norderney ein Currywurst-Menü mit Champagner für 34 Euro auf der Karte hat.

Salzburger Gastronom bestärkt Tim Mälzer

Der Salzburger Gastronom Sepp Schellhorn rechnet in der "Kronen-Zeitung" ebenfalls vor, was ein Schnitzel kosten muss. Allein für die Mitarbeiter würden 18 Euro fällig, 9 Euro für den Wareneinsatz. Fürs Panieren würden zwei Eier gebraucht, dazu kommt das Schnitzel, Fett zum Braten, Petersilie, Mehl und Semmelbrösel und Kartoffeln als Beilage, so die Rechnung des Österreichers. Bei 28 Euro, die der Gast zahlt, bliebe genau ein Euro als Gewinn übrig.
Auf Twitter regt sich Kritik an seiner Rechnung, doch Schellhorn verteidigt sich. "Drei Personen arbeiten an einem Schnitzel", sagt er zu Puls24.de. Einer müsste das Schnitzel zubereiten, ein anderer würde es servieren und ein Dritter würden abwaschen. Diese Kosten müssten bei jedem Gericht umgelegt werden.

Auch Mälzer wird in seinem "Stern"-Gespräch deutlich: In seinem Restaurant steckten Millioneninvestitionen, die müssten ja auch wieder eingenommen werden. Ein gutes Schnitzel könne daher auch 30 bis 35 Euro kosten. "Und ich will mir ja am Ende auch noch selbst was auszahlen können. Ich mache das hier nicht als Sozialprojekt", so Mälzer. "Ein Restaurant ist ein Wirtschaftsunternehmen, kein Wohltätigkeitsverein."

https://www.t-online.de/region/hamburg/id_100205474/schnitzel-preiskalkulation-tim-maelzer-legt-kosten-offen.html
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vontintin81 yrs
Früher musste das Schnitzel groß wie ein Klodeckel sein.
Heute geht das so gut wie nie an mich. Selbst echte Wiener Schnitzel nicht!
vontintin81 yrs
Mälzer hat Recht, aus seiner Sicht. Aber ich würde nie in so ein Schicki Micki Lokal gehen, um Schnitzel zu essen! Dann müsste es schon was Besonderes sein und dafür würde ich auch EINMAL einen Haufen Geld ausgeben.
Aber ich bevorzuge die heimische Küche, z.B. in Franken mit Schäufele oder Karpfen an der Aisch, wenn die Zeit gekommen ist und natürlich in Frankfurt-Sachsenhausen die herrlichen Gerichte zum Sauerkraut und als Abführmittel den Apfelwein. Und bevor ichs vergess: Als krönenden Abschluss vorm Zahlen " a Mispelsche". Das ist eine eingelegte Mispel in einem kleinen Glas Calvados. Seit wann das in meinem geliebten Frankfurt usus ist, weiss ich nicht. Höchstens 1 Generation her, awwer es basst!
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K***e
Muss ich nicht haben, das ist einfach zu teuer,
oder mit dem eigenen Arsch zu Hause bleiben.
Dann besser selber braten.
T*********m
Bite die Frage genauer, geht es um das "echte" Wiener Schnitzel oder um das was hier so alles als Schnitzel angeboten wird?daa
K*******u
Ja, die Frage ist berechtigt, kesserkater, das Kalbsschnitzel kommt ein ganzes Stück teurer. Ich hatte mir vor Kurzem die Karte einer traditionellen Gaststätte mit Spezialität Schnitzelgerichte in Köln angesehen, da wir dort bei unserem nächsten Besuch in der Stadt mal essen gehen wollen. Die verschiedenen Tellergerichte mit Schweinschnitzel liegen zur Zeit bei 22-23 Euro und man kann sie auch mit Kalbsschnitzel bekommen zum Preis von 27-29 Euro. Das scheint heute ein üblicher Preis in einem guten Restaurant zu sein.

Ich kann mich erinnern, dass vor Corona der Preis für so ein Gericht mit Schweineschnitzel noch ein ganzes Stück unter 20 Euro so etwa bei 16-17 Euro lag. Hier in einer Randlage ist es noch etwas günstiger als in Köln. Ich habe am Sonnabend für Cordon-bleu mit Kroketten und Speckbohnen hier in einem guten Speiselokal 18,90 bezahlt

Anmerkung: Wiener Schnitzel ist ein dünnes paniertes und in Fett ausgebackenes Schnitzel aus Kalbfleisch. Es gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Wiener Küche. (wikipedia)
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former member
So isses Snoopi-el
a member
Also bei uns zu Hause wird viel selbst gekocht und nicht nur erhitzt, und wenn wir dann mal Essen gehen, dann lege ich Wert auf Qualität und auf was ich gerade Appetit habe und da ist mir egal ob es Schiki Mikki ist oder der DönerLaden!
Und die Vor-Corona Preise sind nun wirklich kein Maß, da hat sich doch viel zu viel an der gesamten Preisstruktur geändert.
Und eigentlich verstehe ich die Aufregung über die Preise sowieso nicht, es muss da ja nicht gegessen werden wenn es preislich dem ein oder anderen nicht gefällt, dann geht derjenige eben ein paar Türen weiter, oder kocht zu Hause!
Und lieber einmal ein Gutes Stück Fleisch gegessen und nicht immer nur Billig Billig muss es sein!
K*******u
Deinen Standpunkt kann man sich leisten wenn man selbst nicht so aufs Geld gucken muss, blumehaj. Ich gehören zum Glück auch zu den Leuten, die nicht umbedingt sparen müssen und sich schon mal ein gutes Restaurantessen leisten können, aber man muss bedenken, so selbstverständlich ist das heute bei Vielen schon nicht mehr. Daher ist das Thema "rasanter Preisanstieg", ob bei Schnitzeln oder etwas Anderem, hier schon angebracht, denke ich, auch wenn man uns Schwulen oft unterstellt wir wäre Alle gut situiert und hätten einen Hang zum Luxus, was wohl eher ein Gerücht ist.
T*********m
Der Schnitzelpreis ist doch nur ein Beispiel für die inzwischen völlig überteuerten Preise in vielen Restaurants. Vor ca 2 Wochen gabe es zu diesem Thema einen langen Bericht in der Frankfurter Rundschau. In der Gastronie wurden viele Preise deutlich über die Inflationsrate erhöht.
Inzwischen merken aber Teile der Gastronomie das die Kunden nicht mehr bereit sind diese Preise zu bezahlen.
So haben viele Restaurantsn eine neue Variante entdeckt Preiserhöhungen zu kaschieren, viele Beilagen die früher zu dem Haupthericht gehörten, müssen heute extra geordert und bezahlt werden.
P******e
Die Umfrage ist zu Ende, hier das Ergebnis:


bis 15 €......................................................54 %

bis 20 €......................................................27 %

bis 25 €........................................................8 %

bis 30 €........................................................4 %

bis 35 €........................................................3 %

egal, hauptsache, es schmeckt......................4 %


Es wurden insgesamt 74 Stimmen abgegeben
K*******u
Da habe ich heute einen kleinen Nachtrag. Wir waren am Wochenende in dem Lokal Oma Kleinmann in Köln, wo es die besonders guten Schnitzel geben sollte deren Preis ich hier vor Kurzem genannt habe. Also, ich war enttäuscht. Hatte Schnitzel "Kölner Art", gefüllt mit Gurke und Senf sollte es sein, wovon nicht sehr viel zu schmecken war bei dem zwar sehr großen Schnitzel, was aber schon ein bißchen zu lange in der Pfanne gewesen war. Auch die dazu servierten Bratkartoffeln waren nicht besonders gut, nur der Salat war sehr lecker. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in früheren Zeiten dort ein Biolek und andere prominente Gäste so etwas gegessen hätten
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